20.7.17

Sommerferien

Schreib was zu den Zeichnungen! Aber was? Schreibe wie du zeichnest! Schreibe auf was war! Ferien. Nach ein paar Tagen gelingt immer öfter nichts zu tun. Wohnen, zu Hause sein. Pauli macht Bücher, Kollegeblocks und Kalender. Ein bisschen Mathe nachholen. 10 Minuten Mathematik. Gestern in der Früh um 5 Uhr gab es ein Gewitter. Mir hat das gefallen. Die anderen sind zu früh wach geworden, haben sich beschwert: Boah, das war voll laut, sind dann nochmal eingeschlafen und dann zu spät aufgestanden. Delta Blues auf der kleinen blauen billigen Lieblingsgitarre, bis spät in die Nacht, leise, die anderen schlafen wohl schon. Fixe Idee: Wenn doch jetzt Eric Clapton vorbei käme.

18.7.17

Wer soll sich das eigentlich alles ansehen?!

Ich behaupte ja immer, ein Bild anzusehen braucht Zeit. So lange hin-,zuschauen bis dieses "Gefällt mir" weg ist, bis sich ein Lebensgefühl einstellt. Aber ich mache oft so viele Zeichnungen an einem Tag, mehr als ich mir ansehen kann. Wer soll sich das alles anschauen? Würde ich auch zeichnen, wenn ich keinen blog machen würde? Nur für mich zeichnen? Würde mir das reichen? Meine Güte, Millionen Bilder rasen da durch das Internet, Pinterest, Instagram, würden wir nicht mehr sehen, erleben, wenn wir keine Bilder mehr machen würden? Aber dann würde ja keiner "Gefällt mir" sagen können. Brauch ich das wirklich? Oder anders: Was brauche ich eigentlich? Irgend etwas stimmt nicht.Oder? Wer sagt was dazu?

12.7.17

Endlich regnet es mal!

Regenwanderung. Pitschenass, bis auf die Socken. Sind denn meine Schuhe undicht? Aber trotzdem war es einfach toll. Zu Hause das Skizzenbuch gebügelt. Geht doch!

10.7.17

Skizzenbuch. Mit dem Fahrrad unterwegs.

Erst wenn neben dem Haus ein Baum steht ist das Bild stimmig. Dann klingt es. Umgekehrt sollte in einem Bild neben einem Baum immer ein Haus stehen. 
Noch was: Ich muss mir mal neue Bleistifte kaufen, heute mit dem Fahrrad unterwegs, habe ich in meiner Jackentasche nur so einen mageren Bleistift gefunden, den ich mal versehentlich, ehrlich, in einem schwedischen Möbelhaus vergessen habe wieder zurückzulegen. Aber vielleicht darf man die auch behalten. 

6.7.17

Das Leben ist schön

Eine alte Gartenschere. Gefunden. In einem zugestellten Gartenhaus in einer Müllkiste ganz unten. Verrostet, die Feder fehlt, die Schere schneidet nicht mehr, die Klinge hat Macken. Ich habe die Schere nach Hause mitgenommen, habe eine neue Feder bestellt, einen Schleifstein, Entroster gekauft, Maschinenöl. Jetzt ist es die beste Schere, jetzt gehört sie mir, hilft mir bei der Gartenarbeit, denn immer wenn ich sie jetzt in die Hand nehme, kriege ich das merkwürdige Gefühl, dass das Leben schön ist. Häh? Wieso das denn? Keine Ahnung, ist aber so.

29.6.17

Ein Traum

Ich ging in meinen Garten hinaus, blieb auf der Holzterrasse stehen und schaute missmutig und ärgerlich, weiß der Teufel warum, in meinen Garten. Nichts stimmte, all die Jahre hatte ich falsch geplant, falsch!, ich hatte überhaupt keinen Plan gemacht, hatte beliebig und zufällig alles angeordnet, schon wieder falsch!, es gab nicht die geringste  Ordnung und mit einem Mal wusste ich auch wo der Fehler lag: Der Garten war einfach zu klein für mich. Da hörte ich plötzlich eine Stimme direkt neben mir, die sagte: "Vielleicht ist der Garten aber auch zu klein, weil du zu groß bist." 
Zuerst ärgerte ich mich über so eine blöde küchenpsychologische Diagnose, aber dann sah ich neben mir eine kleine Elfe, eine Gartenelfe musste es ja wohl sein, die das gesagt hatte. Sie hatte ein kurzes blaues Sommerkleidchen an und sah sehr sexy aus und vielleicht auch deshalb fing ich an zu glauben, dass da vielleicht was dran war und ich fragte sie: " Und wie  macht man das, sich selber nicht so wichtig nehmen?" 
"Ganz einfach", sagte sie, "hol einfach mal deine dreckigen Schuhe, das Schuhputzzeug, setze dich hier auf den Gartenstuhl und fang endlich an deine Schuhe zu putzen!" 
"Und das soll funktionieren?" 
"Fang einfach an, tue endlich was!", sagte sie. 
Ich war noch nicht restlos überzeugt, ließ mich aber trotzdem auf ihre Anweisungen ein, wie gesagt, sie hatte ein kurzes blaues Sommerkleidchen an, holte die Sachen und fing an im Garten meine Schuhe zu putzen. Als ich fertig war, zog sie ihre Schuhe aus, gab sie mir und sagte: "Die kannst du auch noch putzen." 
Als ich anfing ihre Schuhe zu putzen, merkte ich wie der Garten größer wurde, Bäume wuchsen und blühende Sträucher, die kleine Elfe setzte sich neben mich und war plötzlich genauso groß wie ich. Eigentlich war sie sogar ein bisschen größer wie ich.



19.6.17

Notizbuch vom Garten

Der Gärtner sieht viel Falsches, Unkraut, Wildwuchs, falsch Gepflanztes, wie viel Geld habe ich in Pflanzenzentren und im Internet ausgegeben für Sachen, die nicht hierhin gehören, passen, die dann im Müll gelandet sind. Als Zeichner mit Stift und Papier ist alles in Ordnung, wunderbar, zeichenbar, welche Mannigfaltigkeit, Vertrauen, das wird alles was und ich werde es gesehen haben.

17.6.17

Zuversicht und Vertrauen

Beim Unkraut zupfen habe ich drei Sämlinge, Gehölzsämlinge gefunden. Keine Ahnung, was das ist, wird. Ich habe sie in Töpfe gepflanzt und jetzt sind sie 20-30 cm hoch. Dann heute ,plötzlich, mit einem Mal, hatte ich das Gefühl, die Zuversicht, die Gelassenheit, die Freude, nach all den Jahren, die ich jetzt schon im Garten arbeite, hätte ich jetzt endlich gelernt, 2,3 Jahre abzuwarten und könnte dann sehen, hätte dann gesehen, zugesehen, wie aus diesen Sämlingen ein kleiner Baum geworden ist und ich würde für diesen kleinen Baum dann auch den richtigen Platz in unserem Garten finden. Als hätte der Garten mir Zuversicht geleert.