20.10.18

Bäume und Häuser

Vielleicht kann man die Bäume auch nur zeichnen, wenn man die Häuser dazu stellt. Oder dahinter. Sowie man den schwarzen Bleistiftstrich nur auf weißem Papier sieht. Sowie man das Eine nur zusammen mit dem Anderen richtig sieht. Was ist das Gegenteil von einem Baum? Sind es die viel zu vielen Verkehrsschilder? Bin ich es vielleicht selber?

19.10.18

親愛なる葛飾北斎、今朝訪問していただきありがとうございます。

Mir fiel beim Zeichnen Hokusai ein, der gesagt haben soll, dass alles, was er vor seinem 70. Lebensjahr gemacht hat, nicht der Rede wert sei und erst danach habe er etwas über das wahre Wesen der Dinge verstanden, und mit 110 hätte jeder Strich, oder jeder Punkt ein eigenes Leben. Leider ist er nicht so alt geworden. Ich habe mir also vorgenommen, ab jetzt jeden Tag einen Baum zu zeichnen. Wie lange zeichne ich schon Bäume?! Aber immer noch nicht erfasse ich das wahre Wesen der Bäume. Das ist doch auch eine schöne Aufgabe: Jeden Tag einen Baum zeichnen! Nicht heute Bäume, morgen Kindergarten Pop up Bücher, dann wieder treppauf, treppab im Haus unterwegs, dann Häuser, dann ich weiß nicht was. Schluss mit der Verzettelung! Das habe mir heute morgen beim Zeichnen, als mir Hokusai eingefallen ist vorgenommen. Mal sehen, wie ich mir heute Nachmittag mein weiteres Leben vorstelle.

17.10.18

Pop up, Kindergarten, Gedichte

Ich habe vergessen dazu zu schreiben, wer die Gedichte geschrieben hat. Die Schnecke im Winter hat Josef Guggenmos geschrieben. ABC, die Katze lief im Schnee ist, so glaube ich, überliefert, oder? Die beiden Gedichte hatten die Kinder am liebsten. Und wer mein Lieblingsgedicht geschrieben hat, finde ich nicht mehr raus:
Könnte das nicht möglich sein?
Es ließe sich doch denken.
Einer kommt zur Tür herein
und will mir etwas schenken.

16.10.18

Liebe Kinderinselkinder und liebe Kinderinselkolleginnen!


Morgen komme ich und dann machen für den Weihnachtsmarkt Gedichtepopupkarten. Ich habe schon mal was ausprobiert. Könnt ihr oben sehen. Aber wollt ihr mal meinen Arbeitstisch sehen? Na gut:

10.10.18

Abschied

Herbstbäume, Herbstlicht. Ist das alles vielleicht auch deshalb so schön, weil es bald nicht mehr ist? Weil ich mich verabschiede, vom Sommer, vom Licht, vom Fahrradfahren, im Winter steht mein Fahrrad im Keller, von den Farben auch, besonders vom Grün, also fahr morgen noch mal. 

7.10.18

Skizzenbuch

Die Druckerei auf der Kinderinsel ist jetzt wieder geschlossen. 350 Postkarten haben wir gedruckt. Oder auch 400, ich hab nicht mehr gezählt. Zum Schluss wurde es mir auch ein bisschen langweilig, nur mir, den Kindern nicht, aber heute vermisse ich es schon wieder. Wenn ich eine Zeit lang mit den Kindern gearbeitet habe, muss ich immer versuchen, meine eigenen Zeichnungen wiederzufinden. Von dieser Suche erzählt dann das Skizzenbuch. So ein Skizzenbuch ist ja dann toll, wenn da nicht nur Gelungenes zu sehen ist, sondern auch die Versuche, die Umwege, Misslungenes, Fehler, wenn ich all das aushalte, dann ist so ein Buch nach Monaten, Jahren immer auch ein visuelles Tagebuch und ich kann sehen, was da, damals war. Ich will mal mehr draußen unterwegs sein, jetzt ist es Herbst, ein ganz besonderes Licht, wenn die Sonne scheint, der Wind das Laub verweht, Herbstluft, zum ersten Mal im Jahr kalte Hände, aber dann wäre es doch auch schön, wenn es mal ein bisschen nebelig wäre, mal sehen.

29.9.18

Nochmal Druckerei auf der Kinderinsel

Nochmal  Bilder aus der Druckerei im Kindergarten. Der kleine Raum sieht jetzt wirklich wie eine richtige Werkstatt aus. Schön! Kleine Gruppen, vier Kinder, mehr nicht. Dafür viel Zeit. Die Kinder 4-6 Jahre alt. Viele Kinder haben nach einmal zeigen wie es geht, ganz allein gedruckt, Rillen geritzt in die Druckplatten, haben ihre eigenen Bilder gedruckt. Einige wurden dann die Lehrer für die Kinder, die danach kamen. Wir Erwachsenen haben mit Händen in den Taschen zugeschaut und uns dann manchmal in den Lehrerkindern wiedererkannt. 
Gemeinsam zeichnen. Manche Kinder suchen sich an der Pinwand was zum abzeichnen, manche wollen, dass ich vorzeichne, oder dass ich selber zeichne und sie kucken Schritt für Schritt, wie ich es mache, und machen das dann mit und manche wissen ganz allein, was sie zeichnen wollen. Keine Methode, kein Konzept, jedes Kind einzeln sehen. Alles ist erlaubt, alles ist schön und stimmig und wird angesehen und gelobt. Viel Lachen, viel Spaß. Am Morgen, zu Beginn ist die Druckerei wunderbar aufgeräumt, so gegen 12 Uhr ist es ein herrliches Durcheinander, alle haben Farbhände, meine Hose ist total verkleckst, dreckige Hände wische ich immer an meiner Hose ab. Nächste Woche machen wir noch ein bisschen weiter, dann schneide ich alles zu und wir legen die ganze Produktion (300 Drucke haben wir ungefähr schon gemacht) auf großen Tischen aus, lesen dann alle Gedichte nochmal und dann suchen die Kinder Bilder aus, die zu diesen Gedichten passen und wir machen Postkarten, Gedichtekarten daraus und auch kleine Leporellos mit 2-3 Gedichten und Bildern.  Im November gibt es auf der Kinderinsel einen Weihnachtsmarkt, da wollen wir die Karten, Bücher verschenken an die Eltern , Besucher, und weil dieses "Gedichte drucken Projekt" vom Förderverein gefördert   wurde, stellen wir ein dickes Sparschwein hin, vielleicht möchte ja jemand den Förderverein fördern. Bis dann.