27.4.16

Tomatenpflanzen und wie das Leben manchmal wieder schön wird.

So groß sind die Tomatenpflanzen jetzt. Vier echte Blätter nach den Keimblättern. Stehen oben im Haus auf der Fensterbank. Und im Kindergarten stehen sie auch. Auch auf der Fensterbank. Ungefähr genauso groß. 
Heute war ich auf dem Markt. Da gibt es Tomatenpflanzen, doppelt, ne dreimal so hoch wie unsere auf den Fensterbänken, sehen auch dicker aus, für, Achtung jetzt kommt es, für 1,50 Euro. Ich meine da lohnt sich doch unsere ganze Mühe nicht! Samen aussuchen, Erde kaufen, Töpfe zusammensuchen, täglich gießen, warten auf die ersten Keimblätter, die Dinger kriegste doch für Einsfünfzig auf dem Markt! Oder noch besser, du kaufst dir direkt fertige Tomaten! Fertig! Ja stimmt. Aber, dann würde man ja ein total langweiliges Leben führen und würde irgendwann sterben, ohne jemals gesehen zu haben, wie aus so einem kleinen Samenkorn und Erde und Wasser und Luft und noch ganz viel mehr eine kleine Pflanze wird, die nach den Eisheiligen nach draußen kommt, da ein wunderbar duftender, dicker Tomatenbusch wird, wie der Strauch anfängt zu blühen und wie aus den Blüten dann Tomaten werden, die man pflücken kann, aus denen man eine Tomatensoße machen kann mit der man dann eine Pizza machen kann, Freunde einladen kann und ein lustiges Leben führt. Um Janosch zu zitieren: Merkt euch das Leute.

P.S. Vielleicht ist diese Begeisterung über das Auflaufen von Tomatenpflanzen und das Blühen von Kartoffeln aber auch nur eine Begeisterung von Intellektuellen, Literaten und Künstler. Ein Bauer würde solche Vorgänge sicher anders sehen. Na gut.

22.4.16

Kindergartengarten


Vor ein paar Wochen habe ich mit den Kindergartenkindern Granatäpfel gegessen. Granatäpfel, manche sagen auch Paradiesäpfel dazu. Wir haben die Äpfel aufgebrochen und die Beeren, heißen die so?, die haben wir gegessen, und die Kerne haben wir in eine Glasschüssel mit Wasser gespuckt und dann haben wir die in Pflanzerde gedrückt und am Mittwoch kucke ich und so groß sind jetzt kleine Pflanzen da. Stehen auf der Fensterbank. Dürfen die überhaupt jemals nach draußen?
Weidensteckhölzer
Stockrosen

15.4.16

Nur Wolken?

Zuerst sieht man nur Wolken. Müde aus dem Fenster schauen, kurz vorm Einschlafen auf dem Sofa. Dann tauchen plötzlich Gesichter am Himmel auf, Körper, Tiere, Gespenster, Monster, ein ganzer Kinofilm fängt an. Zeichnen! Und dann später, der Blick geht vom Papier zurück an den Himmel, plötzlich sind alle weg, der Film ist zu Ende, selbst die Gespenster sind verschwunden, und die Wolken sind wieder nur Wolken.

Tomatenblätterduft

Die Tomaten auf der Fensterbank sind da. Aufgelaufen, sagen die Gärtner. Kann man sich ja auch mal merken: aufgelaufen. Ich habe immer drei Samenkörner in so einen kleinen Topf getan, dann habe ich die gestern vereinzelt und da habe ich an so einem ausgezupften kleinen Setzling, heißen die so?, habe ich gerochen und da riecht so eine kleine Pflanze, zwei richtige Blätter nach den Keimblättern erst, riecht sie schon nach einem ganzen Tomatenfeld und ich bin wieder ein Kind und es ist Hochsommer.