29.8.14

Heute morgen..

... den ganzen Morgen, von 8 bis 12, Buchseiten ordnen, Deckel zuschneiden und beziehen, Bindung ist nori ire gajo, keine Ahnung, was das heißt, ne alte japanische Bindetechnik eben, und weil diese Technik ein Leporello ist, mache ich gerne ein Band drum, dass das Buch beim Lesen stabiler ist. Aber heute wollte ich mal was anderes machen. Was mit Knöpfen. Köpfe hatte ich nicht und außerdem war ich den ganzen Vormittag allein und beschäftigt, also raus hier, ich gehe  in die Stadt um Bänder, Knöpfe, Gummiband zu suchen. Hab ich schon gesagt, dass ich keine gute Laune hatte? Also, ich hatte keine gute Laune. Meinste du findest was in der Stadt? Ne, aber ich muss hier mal raus. Ich finde in der Stadt tatsächlich nix, aber dann doch, so kleine Glöckchen finde ich. Die Glöckchen sind nicht wirklich schön, aber vielleicht kann ich die irgendwann mal gebrauchen. So kleine Glöckchen kann man doch eigentlich fast immer brauchen! Mit den Glöckchen in der Jackentasche gehe ich also nach Hause. Mach mal einen langen Umweg, vielleicht kriegste dann bessere Laune. Vom Gehen wird mir warm, ich ziehe meine Jacke aus, kaufe mir bei so einer Backwarenkette ein belegtes Käsebrötchen, esse das unterwegs, werfe die Hälfte davon weg,  wie kann man nur Majonaise unter Käse schmieren!? Dann fängt es an zu regnen. Ich gehe trotzdem weiter, ziehe meine Jacke wieder an, mache einen noch größeren Umweg, jetzt erst recht, werde richtig nass, endlich stimmt der äussere Zustand mit dem inneren überein, alle und alles lässt mich im Regen stehen. Und zu Hause ziehe ich meine Jacke aus, hole die Tüte mit den Glöckchen aus der Tasche, eh, wo sind die denn, in der Jacke nicht, in der Hosentasche auch nicht, im Rucksack nicht, den hattest du doch gar nicht dabei, ich suche also weiter, suche, beschimpfe mich auf grobe Art und Weise, finde aber die Knöpfe trotzdem nicht. Mein Gott, jetzt haste auch noch die Knöpfe verloren! Wann wird das alles enden!? Keine Sorge Leute, jetzt geht es mir besser, ich habe für die Bücher eine richtig gute Lösung gefunden, viel besser als sonne Knopfglöckchenlösung, schön sind die geworden, am Montag schicke ich die mit der Post nach Süd Afrika zu Cheryl Penn.

27.8.14

Traumtagebuch

Wenn ich aufwache, erinnere ich nicht mehr den ganzen Traum. Ein paar Sätze sind geblieben, manchmal nur Worte oder Bilder. Ich zeichne, schreibe die Traumreste auf. Am Tag ergänze ich diese Reste, Fragmente, lasse weg, phantasiere hinzu. Manchmal finde ich in meinem Skizzenbuch jemanden , den ich heute Nacht gesehen habe: So sahen die Leute aus! Ein Traumtagebuch für die encyclopedia of everthing (Siehe post von gestern). Die beiden Bilder hier drüber sind nicht in dem Buch. Der Traum vom brennenden Pferd ging so: Weil einem Pferd ein bisschen kalt war, zündeten ein paar Leute die Satteldecke an, um das Pferd zu wärmen. Das Pferd blieb ruhig stehen, schloss verträumt die Augen und lächelte sogar ein wenig, obwohl es doch eigentlich furchtbare Schmerzen haben musste. Noch im Traum dachte ich, dass dieses Bild doch den Zustand unserer Gesellschaft recht gut erzählt. 

26.8.14

Lange Schule und Fiselregen

Pauline ist jetzt im 3. Schuljahr. Unterricht bis 13.20 Uhr. Heute morgen habe ich sie mit dem Auto zur Schule gefahren, habe noch eine Morgenwanderung gemacht, einmal um den Pudding, es hat geregnet, gefiselt, wie man hier sagt, es hat sogar den ganzen Tag weitergeregnet, also eine gute Zeit zum Arbeiten. Ein Buch, gedruckt mit Polystyrol und HP D 2660. DIN A 5, ein paar Seiten. Ein Traumtagebuch. A book swap. For the "Encyclopedia of Everything". An enterprise, an adventure set off and featured by Cheryl Penn. Am 7. Oktober gibts ne Austellung. Ich habe vergessen wo. Irgendwo in Süd Afrika. Auch nicht schlecht. Ich habe noch was vergessen: Was hat mir die Arbeit heute morgen für eine Freude gemacht!

23.8.14

Bücher drucken und Suppen kochen

Drucken mit Polystyrolplatten. Das Material hat ne Laufrichtung, einmal läuft der Bleistift gerade durch, dann ruckelt es wieder, ein widerspenstiges Material, aber das ist das Schöne: Wie kann ich mit dem Material arbeiten, wie kann ich die Vorteile nutzen, wie kann ich mich auf das Material einlassen? Einfach sein, Grundformen finden, Fehler gut finden, fröhlich bleiben. Ich meine, mit einem Kolinsky Rotmarder Pinsel male ich auch andere Bilder als mit einem flachen Borstenpinsel. Und dann merke ich, dass dieser Gedanke nicht nur fürs Drucken, Zeichnen und Malen gilt sondern überhaupt. Fürs Kochen zum Beispiel. Was haben wir denn so im Schrank? Und daraus mache ich jetzt ne Suppe. Suppen koche ich am liebsten. Bald sind die Kürbisse reif. Ich freue mich schon. Bis bald. Einen schönen Tag noch. 

22.8.14

Noch ein Erzählkartenspiel

Die Kindergartenkinder zeichnen selbst was auf die Karten. Was uns gerade so einfällt. Viele Karten zeichnen wir. Und dann erzählen wir uns was. Die Karten sind ein tolles Mittel ins Erzählen zu kommen. Einer sagt den ersten Satz, nur den einen, mehr muss er gar nicht wissen. Dann macht ein anderer weiter. Und was auch einer dann erzählt ist richtig. Man kann nix falsch machen bei dem Spiel. Wir erzählen zusammen, wenn einem bei einer Karte nix einfällt, darf er noch eine neue nehmen. Oder ein anderer macht weiter. Wir haben auch festgestellt: Man kann besser erzählen, wenn ein anderer oder sogar mehrere andere zuhören. Richtig gut zuhören. Das muss man auch können! Die jüngeren Kinder schauen sich die Karten an und sagen, was da zu sehen ist, ohne eine Geschichte zu erzählen. Auch nicht schlecht. Also, es hat uns viel Spaß gemacht.
Eine Geschichte ging ungefähr so:
Es war einmal ein schreckliches Ungeheuer.
Das lebte ganz allein in einem Keller. Das war da nämlich eingesperrt.
Weil ein Schloss vor der Türe war
Das Monster hatte noch nie eine Wolke gesehen oder den blauen Himmel
Es wäre so gerne ein Pirat auf einem Piratenschiff gewesen.
Der Keller war voller Ameisen
Das Monster durfte auch niemals ein bisschen Fernsehen kucken
Plötzlich fand es in einer Ecke von dem Keller den Schlüssel und konnte die Türe aufmachen.
Da sah es am Himmel die Sonne. Zum ersten Mal.