12.1.19

Fensterbank

Im Garten

Im Garten zeichnen. Meine Finger frieren. So kalt ist es doch gar nicht! Es gibt immer noch Blüten vom letzten Jahr. Getrocknet, gefroren, verwelkt, zerknittert: Rosen, Mutterkraut, Schlangenkopf. Und dazwischen jetzt schon die Spitzen von Schneeglöckchen? Traubenhyazinthen? Die Winterlinge sind schon da: Gelbe Blüten. So zeichnen, dass ein Rhythmus entsteht, eine Melodie. Im Hintergrund spielt der Wind mit.

4.1.19

Bister: Französisch: bistre „nussbraun“, „schokoladenbraun“

Mit Bister, Zeichenfeder und einem kleinen Pinsel zu zeichnen macht mir große Freude. Bister ist wirklich eine tolle Zeichentusche. Ich fühle mich dann beim Zeichnen zurückgebeamt in die Rembrandt Zeit. Die Zeichnungen sehen ein bisschen wie aus einem Antiquariat aus. Aber so sieht heute die sogenannte wirkliche Welt auch aus.

2.1.19

Zimtsterne im Sommer

Die Zimtsterne sind alle aufgegessen, am Wochenende kommt schon der Weihnachtsbaum an den Straßenrand, die Geschenke sind weggeräumt, ein paar einsame Schokoladennikoläuse stehen noch auf der Fensterbank, Weihnachten ist vorbei, das neue Jahr hat angefangen. Einverstanden. Obwohl, warum kann man eigentlich nicht im Januar noch Zimtsterne essen? Oder sogar noch im Februar? Ich könnte die auch im Sommer essen. Kekse sind meine Leibspeise.

30.12.18

Die hundertköpfige Wasserfee

Tazetten. Jetzt ist die erste Blüte da! Eine kleine weiße Blüte mit einem kleinen gelben Tässchen in der Mitte, auf einem hohen Stengel, aus vielen langen, schmalen Blättern wächst die Blüte heraus.Ich zeichne immer wieder neu, je genauer ich zeichne desto mehr verliere ich meine Freude, meine Begeisterung,aber dann, ein nur ein paar Striche mit der Zeichenfeder und da ist sie, die erste Tazette. Die hundertköpfige Wasserfee aus China. Ein gutes Jahr wird es also werden. Morgen. Guten Rutsch!

22.12.18

Unglaublich!

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Ich seh mir das jetzt schon ne ganze Weile an! Wie die Kinder! Ich habe ja gestern schon erzählt, dass es draußen windig ist. Stürmisch. Heute auch noch. Vielleicht sogar noch stürmischer. Und wie geht es den Vögeln bei solchem Wetter? Muss ich mir etwa Sorgen machen? Ich kucke also aus dem Fenster und was sehe ich? Unglaublich! Die Vögel baggern sich gegen den Wind im Zickzackkurs, wie ein Segelboot, das gegen den Wind fährt, kommen auf die andere Seite, auf das Hausdach eins der Nachbarhäuser, setzen sich auf den Kamin und auf die Fernsehantenne und wenn alle angekommen sind: auf die Plätze, fertig, los, springen sie hoch und segeln mit dem Wind und sogar schneller als der Wind bis auf den Walnussbaum auf der anderen Seite. Da landen sie, und wenn alle da sind, baggern sie wieder gegen den Wind zurück. Immer die gleichen Vögel. Die Krähen sind am lustigsten.Wie gesagt, ich kucke mir das schon eine ganze Zeit lang an. Wie die Kinder, die mit einem Schlitten den Berg hoch asten und dann haste nich gesehen wieder nach unten flitzen. Ja, aber Schnee wird es nicht geben, diese Weihnachten. Schade eigentlich.

21.12.18

Zeit haben.



Heute ist es windig. Fast stürmisch. Und es regnet. Gehe ich jetzt einkaufen oder bleibe ich hier am Fenster sitzen und schaue dem Wind und den Bäumen zu?

19.12.18

Sehnsucht nach dem Sommer am Meer

Heute morgen, ganz plötzlich, große Sehnsucht nach dem Meer. Oder nach dem Sommer, den Ferien am Meer? Ich erinnere mich, wie ich früh am Morgen, die anderen schlafen noch, die Sonne scheint, ein frischer Wind ist, wie ich da mit so einem ollen Hollandrad, schneller als der Wind, den Weg durch das kleine Wäldchen gesaust bin, und dann beim Bäcker für alle Brötchen gekauft habe. Und für mich ein Croissant, Papa! Mach ich! Aber mit Schokolade! O.K. Wie mag es in dem kleinen Dorf oben auf der Insel wohl jetzt aussehen? Ich glaube es ist jetzt schöne , sich einfach nur zu erinnern. Draußen regnet es, dunkelgrauer Himmel.  Schnee wird es nicht geben. Auch Weihnachten nicht. Gleich gehe ich in den Garten. Gestern habe ich im Gartencenter einen Tannenbaum gekauft und im Regal vorne an der Kasse noch Blumenzwiebeln gefunden, Winterlinge, Tulpen, Krokusse und scilla siberica, 50 Blumenzwiebeln für 2 Euro. Die werde ich noch in die Erde stecken und mich dabei nass regnen lassen.

16.12.18

Weihnachtsgänse

In manchen Gegenden unserer Heimat sind Wildgänse eine echte Plage. Nein? Dann googelt das mal! Die Jäger sagen, die Wildgänse sind sehr schlau. Wenn ein Jäger ein paar Wildgänse abgeknallt hat, dann wissen die überlebenden Gänse, wenn der, der so ausschaut mit dem und dem Auto kommt, dann wird es gefährlich. Aber die vielen DHL Autos, die jetzt unterwegs sind bedeuten für die Wildgänse keine Gefahr. So hat der ganze Pakete- und Einkaufswahnsinn in unseren Städten auch für die Wildgänse viele Vorteile.Oder ist es vielleicht ungekehrt so, dass DHL seit neuestem auch lebende Weihnachtsgänse ausliefert? Ich weiß es nicht!

11.12.18

Häuser

Gestern ist in unserer Stadt eine 2.Weltkriegsbombe entschärft worden. Wie machen die Experten das? Toll! 12.500 Menschen sind evakuiert worden. Da habe ich plötzlich gespürt, welch grausames Elend so eine einzelne Bombe anrichten kann. 12.500 Menschen! Und wenn ich durch die Stadt gehe, sehe ich auch, welchen Schaden die Bomben an den Häusern, an der ganzen Stadt angerichtet haben. Ich weiß, die Häuser, die nach dem Krieg gebaut wurden, sind Wohnungen für Menschen und das ist erst mal gut so, aber ich kann mir nicht helfen, ich halte immer Ausschau nach den alten Häuser, die es ja auch immer noch gibt und bleibe da stehen. Ich sehe, dass diese Häuser nicht schnell und preiswert gebaut wurden, sondern dass da jemand auch, auch! nach Schönheit gesucht hat. Und weil mir solche Augenblicke irgendwie helfen, versuche ich solche alten Häuser zu zeichnen. Aber meistens erfinde ich sie.