18.2.12

Fertig. Ende des Projekts. Vier Bücher sind repariert. Bei den letzten beiden war die Heftung total in Ordnung trotz Tesafilm in den Fälzen, da hab ich nix dran gemacht. Oben das Buch, habe ich nochmal neue Ecken gebastelt und einen neuen Rücken, spine repair under the covers. Fisch ist Fisch, das Buch unten hat eine Art gebrochener Rücken, das ist einfach, schnell und schön. Für diese Kinderbücher hat mir der Tip Reste von Kleber wegzuradieren sehr geholfen. Mit Lösungsmittel mach ich ein andermal was. Das mache ich nur im Freien, im Garten, wenn das Wetter besser ist. Überhaupt ist mir klar geworden, dass man vor einer Reparatur ein Buch lange anschauen muss, überlegen, ausprobieren muss, wie repariere ich das? Das kann man nicht einfür alle mal und für jedes Buch klarkriegen. Die Kinderbücher sind toll geworden, jedes andere Buch muss man sich wieder neu ansehen.  



17.2.12

3. Tag tape=tesa removal

So sieht das reparierte Buch aus. Ich habe das Papier ein bisschen gebadet, 20 Minuten in lauwarmen Wasser, mit ein bisschen Methylcellulose, halber Teelöffel auf 6 Liter und das Papier ist viel besser geworden, elastischer, stärker, glatter.




Warum dreht sich das Foto beim Hochladen immer um? Keine Ahnung.

15.2.12

Tape and Adhesive Removal, 2. Tag

Das nächste Buch heißt: Juli und die Geister von Jutta Bauer und Kirsten Boie. Auch hier keine Schwierigkeiten mit dem Fön und Radiergummi das Tesaband zu entfernen. Dann waren die Deckenecken ziemlich platt und ich habe ein paar neue Ecken gebastelt:


Die Pappe hin und her knicken, weiter auffächern, in 5 Lagen geteilt, 2 rausgeschnitten, Ecken gerade geschnitten mit dem Cutter, mit Hahnemühle Aquarellpapier aufgefüllt.





Das alles ist ja ne schöne Arbeit, nicht schwierig zu machen, das Papier ist wunderbar geflickt, die Heftung ist wieder in Ordnung, die Deckel sind auch wie neu und dann sehe ich, bei der Reparatur ist unterwegs was kaputt gegangen. Was denn? Das Buch vielleicht. Die Ausstrahlung, die ein Buch haben kann, die Geschichte, die Patina. Und dann bin ich wieder bei dieser japanischen Künstlerphilosophie: Wabi Sabi. Und natürlich bin ich wieder bei "Tomorrows Past" Das technisch, handwerkliche Wissen und Können verselbständigt sich und ich repariere um des Reparieren willens, oder um zu zeigen, was ich so alles drauf habe. Mein Gott, dieser neuen Ecken sind doch wirklich toll! Ja trotzdem. Ich habe die sonst immer rund gelassen und habe mit ein bisschen Planatol diese runden Ecken fester, härter gemacht. Gefällt mir jetzt besser.  Und das Tesafilm an den Seitenrändern oder auch mitten im Text, mitten im Bild, das hole ich nicht mehr runter, da besteht auch immer die Gefahr, dass ich bei noch so viel Achtsamkeit immer mal ein Fitzelchen Papier oder auch nur Druckfarbe mitnehme. Wenn das Buch neu geheftet werden muss, ja da muss das Tesaband in den Fälzen weg, klar. 
Je raffinierter die Reparatur wird, wenn reparieren sich wie restaurieren anfühlt, dann fühlt es sich auch so an, und sieht so aus, als ob ich etwas vertuschen, übertünchen würde. Ist denn nicht die Reparutur, wenn sie aufmerksam gemacht wurde, wenn sie mit den besten Materialen gemacht wurde, wenn sie dann noch sichtbar ist, ist das nicht etwas, was das Buch schöner, reicher macht, was dem Buch seine Ausstrahlung läßt? Bei diesen Kinderbüchern geht es mir so, vielleicht muss man das bei anderen Büchern sich nochmal neu überlegen: Wie mache ich das? Aber, aufpassen, dass bei aller Faszination fürs technisch, handwerkliche Können das Buch, seine Ausstrahlung nicht wegrepariert wird. Bei "Irgendwie anders" ist das gerade noch gutgegangen. So sieht das fertige Buch jetzt aus:


13.2.12

Tape and Adhesive Removal, Erster Tag

Das erste Buch: Irgendwie Anders, Kathryn Cave und Chris Riddell, Oetinger Verlag 1994.
Wie kriege ich das Tesafilm aus dem Buch raus? Was alle empfehlen, als erstes zu versuchen, das Trägermaterial mit Wärme, Hitze runterzukriegen. Es gibt eine "micro spatula" eine Spachtel, die elektrisch erwärmt wird, die soll für solche Arbeiten toll sein. Wo kriegt man die? Keine Ahnung. Ich habe auch bisher immer gute Erfahrungen mit nem Fön gemacht. So habe ich hier auch angefangen.

Und das ging gut. Echt einfach. Was alle sagen, das Trägermaterial, backing material, kriegt man ziemlich leicht runter. Blöd ist, dass Tesafilm eben nicht Tesafilm ist, d.h. in diesem Buch hatte ich drei verschiedene Klebestreifen, einmal ein sehr breites Band, das ging total einfach runter, ging auch ohne Klebereste runter, dann ein schmales Band, auch einfach, ohne Klebereste, dann eins, schwieriger und mit Kleberesten.


Jetzt, wie kriege ich die Klebereste weg? Damit hatte ich bisher immer Probleme. Lösungsmittel wußte ich, Waschbenzin, Feuerzeugbenzin, Alkohol aus der Apotheke, es gibt verschiedene Substanzen, bitte nochmal HIER genau nachlesen.
Aber es gibt auch ne Chance die Klebereste mit einem Gummi runterzuradieren. Crepe rubbers. Heißt crepe rubbers nicht Schuhsohlengummi? Hatte ich nicht, also habe ich ein Radiergummi benutzt, ein sehr hartes Radiergummi und ta ta ta taaa es funktioniert. Ohne Probleme lassen sich die Reste entfernen. Ich habe verschieden Stärken ausprobiert, ein etwas weicheres Gummi war noch talentierter als das ganz harte, an manchen fitzeligen Stellen habe ich für die Feinarbeit einen Radierstift benutzt.


Also das erste Buch aus diesem Forschungsprojekt war einfach, danke für den Radiergummitipp. Die Papierrisse habe ich dann mit Teebeutelfälzelpapier und Stärkekleister geflickt.


Morgen geht es weiter, also: stay tuned.

Projekt: Tape and Adhesive Removal



Im Internet kann man sich ja jede Menge perversen Blödsinn ansehen. ABER: Man findet da auch jede Menge richtig wertvolle Schatzkisten. Seit ein paar Jahren schaue ich mir Seiten, Blogs, Videos von Kollegen an, Künstler, Kunstpädagogen, Buchbinder, Buchrestauratoren, Leute, die das, was sie können, was sie gemacht haben, wie sie es gemacht haben, großzügig mit anderen teilen. Ich habe in all den Jahren so viel gelernt aus dem Internet. Was die Buchbinderei und das Reparieren von Büchern angeht, könnte ich mich als einen Schüler, Studenten, Gesellen des Internet bezeichnen. Eine besondere Seite ist die Seite Philobiblon, die von Peter Verheyen betreut wird, Peter Verheyen ist  Department Head Preservation der University of Syracus und er ist Listserver der weltweiten  Book Arts List, the electronic meeting place for all facets of the book arts. 3000 oder sogar 4000 Leute, ich habs vergessen, sind weltweit in der Liste, Leute die Bücher lieben, die was mit Büchern zu tun haben, Restauratoren, Buchkünstler, Buchbinder, Buchdrucker. Jeden bekomme ich 10-20 emails. Wie mache ich das und wie das, weiß jemand wo man das und das bekommt, wo eine Veranstaltung ist,  ob ein neuer Wettbewerb ausgeschieben ist, viele tolle Geschichten sind das jeden Tag, viele Möglichkeiten mit anderen zusammenzuarbeiten, viele Lernmöglichkeiten. Wie entfernt man Sellotape? Sellotape ist so was ähnliches wie Scotchtape. Ne, eben nicht. Ein paar Tage ging es um die Frage, ist Sellotape das gleiche wie scotchtape und ist nur der Name in den USA anderes als im United Kingdom. Und was ist mit Tesafilm. Unser tägliches oft gebrauchtes Tesafilm? Und wie entfernt man es? Wie oft habe ich mich über Tesafilm geärgert bei den Büchern aus meinem Kindergarten! Aus der email Diskussion habe ich mir 2 Internetadressen gemerkt::Erstens: die Seite des "American Institue for Conservation , Historic and Artistic Works."
Eine wissenschaftliche Zusammenfassung, wie man das Klebezeug wieder weg kriegt. Und: maudie.made, ein blog einer conservatorin in training, und Maudie, ich habe den richtigen Namen noch nicht gefunden, Maudie schreibt in ihrem Blog alles auf, was sie in der Ausbildung lernt. Sie schreibt das richtig toll, macht schöne Fotos, und wenn man sich das anschaut, wenn man dann weitermacht und selbst die Sachen ausprobiert, wenn man anfängt zu experimentieren, dann kann man was lernen.  Also: wie entfernt man Tesaband aus den Büchern? Ich habe alles gelesen, habe in meinem Kindergarten angerufen, könnt ihr mir nicht mal ein paar Bücher raussuchen, die mit Tesafilm verklebt worden sind? Das haben die gemacht, haben die gerne gemacht, weil die wissen, wie schön meine reparierten Bücher aussehen.



Das wird ein Forschungsprojekt ohne Etat. Ich will wissen wie das geht, wie kriege ich den Kleber gut wieder runter. Eigentlich lohnt es sich nicht, die Bücher zu reparieren, ich verstosse also gegen den Grundsatz Nummer eins der Buchrestauration, lohnt sich der Aufwand?


Morgen werde ich über erste Ergebnisse berichten, also: stay tuned.


10.2.12

Ein I GING Buch, 3 Seiten eingerissen. Fälzelpapier: Teebeutelpapier mit Stärkekleister . Jetzt muss das noch mal geglättet werden. Hätte man auch sofort machen können! Ja, ja.

6.2.12



Das letzte Buch mit dem wunderbaren Shirogami und Katazome Shi Papier from Shepherds, Falkiners London.
23 mal 15,5 cm, 80 pages, ein Notizbuch. Jetzt muss ich erst mal wieder ein paar preiswerte Bücher machen. Es sei denn.....