23.7.14

Was ich mir manchmal wünsche, wenn ich in einem Märchenbuch lese.

Die böse Hexe in den Backofen schubsen. Die Prinzessin befreien. Ein Held sein. Drei Tage durch einen Wald wandern, ohne auch nur einer Menschenseele zu begegnen. An ein altes verlassenes Schloss kommen. Ein wildes Tier zum Freund gewinnen, zum Beispiel einen Bären, einen Greif, eine Schlange, einen Walfisch. Sich unsichtbar machen können. Sich vor nichts fürchten. Einer alten Hexe das Feuerzeug klauen. Eine junge Hexe zur Königin machen. Sich in einen Rosenstrauch verwandeln. Nach Hause kommen. Mit den Gespenstern gut Freund sein und sie zum Kartenspiel einladen. Mit Siebenmeilenstiefeln wandern. Mit den Zwergen auf Schatzsuche gehen. Mit den Vögeln um die Wette fliegen.

22.7.14

Allein

Kirchenglocken

Aus der Ferne, mit dem frischen Wind: Kirchenglocken. Zwei Glocken. Drei sogar? Musik? Ich erinnere mich: Aus der Kirche bin ich ausgetreten, schon lange. Ich wollte was und wie da  wer  geredet hat nicht mehr hören. Aber immer noch stimmen die Glocken mich friedlich: Schön das zu hören. Und wenn du neben der Kirche wohnen würdest? Höre ich die Glocken nicht lieber  weit weg, mit dem Wind, auf einem Weg zwischen blühenden Kartoffelfeldern?

18.7.14

Ein neues Herbarium, eine Tekendoos, ein Geschenk, zurück ausm Krankenhaus, Sonne und rote Schuhe im Garten

Ein neues Herbarium. Ein Tagebuch. Mitgebracht vom Morgenspaziergang: Blüten, Halme, Gräser, Blätter, Pflanzen, vom Wegrand, auch Unbekanntes ohne Namen, alles soll mitspielen dürfen.

13.7.14

"Papa, wie lange musst du denn im Krankenhaus bleiben?"
"Drei Tage. Aber vielleicht auch nur zwei."
"Na gut."

12.7.14

Hänsel und Gretel nacherzählt von Pauline (8 Jahre alt) und Klaus (auch 8 Jahre alt. Manchmal. Eigentlich fast immer

Pauline  erzählt mir ganz viel. Was so los war. Am Tag. Und was sie gestern Abend in einem Buch gelesen hat. Kannste mir nicht mal ein Märchen erzählen? Dann machen wir zusammen ein Märchenbuch. Welches Märchen denn? Dein Lieblingsmärchen. Also: Hänsel und Gretel. Pauline erzählt und ich schreibe was sie erzählt ins Notebook. Dann ausdrucken. Vorher natürlich Fehler korrigieren. Jede Menge Schreibfehler. Und dann zeichnen wir zu dem Text. Ausgemalt hab ich das Ganze. Da hatte die Pauli keine Lust mehr und ist nach draußen gegangen. Zum Inlineskaten. Auch nicht schlecht.