25.2.18

Kartoffeln und der größere Zusammenhang

Das Gartenprojekt auf der Kinderinsel ist kein Projekt. Ein Projekt ist ja, wenn sich einer oder mehrere zusammensetzen und verzweifelt überlegen, was könnten wir denn mal mit den Kindern machen? Was Kreatives soll es dann meistens sein. Hat jemand eine Idee? Und wenn wir kein Projekt machen? Wir waren uns sofort einig. Wir machen das, was im Kindergartenalltag ansteht. Insbesondere im Garten. Garten heißt ja, der verändert sich, ist jeden Tag anders, was gibt es da zu tun? Und dann gibt es im Jahreslauf verschiedene Dinge, die immer wieder wiederholt werden müssen. Im Garten arbeiten heißt, sich unter einen größeren Zusammenhang zu stellen: Die Johannisbeeren werden im Juni geerntet, die Erdbeeren im Mai, Laubkompost kann man im November machen, und Blumenzwiebeln steckt man in die Erde, wenn der Boden 9 Grad warm ist. Und ein Kind hat mich gefragt: "Klaus, machen wir denn in diesem Jahr auch wieder Kartoffeln?" Das meine ich. Ist das nicht toll? Die Kinder erinnern sich an den vergangenen Sommer, als wir draußen die Kartoffeln ausgebuddelt haben, sie gekocht haben, Schlagsahne in Marmeladengläsern geschüttelt haben, bis es Butter war, die wir mit den Kartoffeln gegessen haben. Draußen! Also haben wir am Donnerstag, Saatkartoffeln in Eierkartons getan, auf die Fensterbank gestellt und ich habe den Kindern gesagt: "Jetzt könnt mal jeden Tag kucken, was da passiert." 
"Boah, Klaus, das wissen wir. Da kommt so was raus, die heißen Keime." 
 Ist das nicht schön?

Unterwegs

18.2.18

Liebe Kinderinsel,

Wir haben ja letzte Woche die Nisthölzer für die Wildbienen gemacht und wir haben uns Videos angesehen, wie die Wildbienen in die Löcher krabbeln und dann die Löcher zustopfen. Mit Pollen und Nektar. Was ist eigentlich Pollen? Auch manche Erwachsene wussten nicht genau was Pollen ist. "Das ist so Staub in den Büten drinne", haben manche gesagt. Ja stimmt auch irgendwie, der Pollenstaub ist in den Staubbeuteln von den Staubblättern. Blütenstaub kann man auch sagen, ich finde das Wort schöner. Aber jetzt kommt es: Was ist Nektar? Wusste keiner. Ich auch nicht und das ist das Beste , wenn man mit Kindern arbeitet, dass man selbst was lernen kann. Also, den Nektar macht die Blüte ganz unten am Blütenboden, tief in der Blüte drin. Die Biene krabbelt dann am Stempel vorbei, an den Staubblättern vorbei und schlürft unten den Nektar. Der Nektar ist ganz süß.Wenn man bei Wikipedia liest was da drinne ist, Fruktose, Glukose, Sacherose, dann denkt man, eh komisch hört sich an wie Gummibärchen. Ich höre jetzt auf zu erklären, weil so ganz genau weiß ich es auch noch nicht, diese Woche schauen wir uns das  an. Die Blumerei (schönes Wort : Blumerei) um die Ecke hat uns jede Menge Tulpen geschenkt, die zerlegen wir dann, einmal darf man so was machen, und kucken uns die einzelnen Teile genau an, trocknen die Teile und machen ein Herbarium. Das wird schön! Bis dann. Viele Grüße.

Schneeglöckchen

Gestern waren wir bei den Nettetaler Schneeglöckchentagen. Tolle Veranstaltung. Viele verschiedene Zwiebelblüher, Pfingstrosen, Krokusse, Leberblümchen, super. Und natürlich auch Schneeglöckchen. Aber nicht die, die jetzt überall in jedermans Garten blühen,nein, Schneeglöckchen aus England, Holland, Frankreich, große Blüten, mit schönen Mustern. Ab 20 Euro aufwärts. Eins hat sogar 800 Euro gekostet. Achthundert! Ein Schneeglöckchen! Steht eine Frau mit ihrem Mann davor und die Frau sagt: "Kuck mal, 800 Euro." Sagt der Mann: "Ne, da würde ich ja jeden Abend kucken ob die noch da sind."

17.2.18

Was ist das Wichtigste?

Gestern war ich in der Stadt unterwegs. Ein paar Termine erledigen. Angenehme und unangenehme. Ne, eigentlich nur unangenehme. Na ja. Als ich dann wieder zu Hause war tauchte die Frage auf: Was jetzt? Was ist jetzt dran? Die wichtigste Frage überhaupt: Was ist jetzt das Wichtigste? Keine Ahnung! Dann räumte ich ein bisschen auf, stellte ich einen Eimer in den Garten und sah in der großen Plastiktasche das ganze Grünzeug, das ich vorige Woche runtergeschnitten hatte: Große Blätter von den Nachtviolen und Pfefferminze aus dem Hochbeet, richtig verholzt war das schon, im Sommer ist das genauso groß wieder da, schön, und da wußte ich, was jetzt dran war. Ich setzte mich auf einen Stuhl, nahm die kleine Gartenschere und fing an den ganzen Grünschnitt klein zu schneiden. In eine andere große Gartentasche. Die Sonne schien mir ins Gesicht, mir wurde wieder warm, die Gartenschere war gut geschärft, das war jetzt dran, das war das Wichtigste. Aber dann, schon nach ein paar Minuten kam jemand und sagte: "Warum machst du das? Wozu soll das gut sein?" Ich habe mir dann  eine Lüge ausgedacht, blitzschnell fiel mir was Nützliches ein: "Ich werde damit unter den Sträuchern mulchen." "Warum kaufst du dir nicht einfach ein Paket Rindenmulch, das kostet doch fast nix?" Ja, warum eigentlich nicht, fragte ich mich selber und ich fragte mich , wer das eigentlich ist, der immer wieder auftaucht wenn ich ganz alleine in meinem Garten bin und mir die Freude nehmen will. Es ist nicht einer, es sind so viele, die ich verinnerlicht habe, introjezierte Elterninstanzen sozusagen. Aber immer öfter gelingt es mir diese Einflüsterungen zu erkennen und sie dahin zu schicken, wo sie hingehören, weit weg von mir und da habe ich den Grünschnitt noch kleiner geschnitten, keine Häckselmaschine wäre so achtsam gewesen, bin noch langsamer geworden, habe einem Flugzeug hoch oben nachgeschaut, das Geräusch der Tannen von einem der Nachbargrundstücke und auf dem Walnussbaum in der Nähe saßen drei Krähen und haben mir zugeschaut.

15.2.18

Ein bißchen Frühling kann man sich ja auch kaufen

Heute morgen..

Heute morgen hat es ein bisschen geschneit. Einen Zentimeter hoch. Ist das schon: Es hat geschneit? Ne! Ich sitze am Fenster und kann das alles nicht schön finden. Und warum stehen bei den Nachbarn gegenüber seit Monaten, ne seit Jahren die Fahrräder unbenutzt vor der Haustüre? Also, ich hoffe, wenn es wärmer wird, mit mehr Sonne, dass ich dann auch bessere Laune habe.

6.2.18

Eislichter und Nisthölzer

In der Nacht war es kalt. Das Wasser in den Eimer in meinem  Garten war heute morgen gefroren. Aber die Wasserballons draußen im Kindergarten nicht. Nicht alle. Nur drei Stück. Warum? Keine Ahnung. Aber die drei waren wunderschön. 20 Kinder im Kreis sehen sich ein Eiswindlicht an, mit Weitergeben. Man kann sehr schöne Kristalle sehen, Muster. Noch besser sieht man es mit einem Windlicht drin. Die dritte Eisschale haben wir wieder mit:"Weitergeben" solange im Kreis rumgegeben bis nix mehr da war, bis das Eis geschmolzen war und wir alle eiskalte Hände hatten. Die Kiste mit übriggeblieben, nicht gefrorenen haben wir noch mal nach draußen gestellt, vielleicht ist es ja in dieser Nacht noch kälter. Am Nachmittag haben wir noch mal Nisthölzer für wilde Bienen gemacht.

5.2.18

Wildbienen, Nisthölzer, Eisballons und herrliches Winterwetter

Kalt war es heute. Gefroren mit Sonnenschein. Herrlich. Wir haben Nisthölzer gemacht, für Wildbienen und ich musste oft erklären, wie die Bienen in so kleine Löcher kommen, wie sie da die Eier ablegen, wie die Larven wachsen und dann die Larven sich als Biene verzaubern und sich aus den klitzekleinen Löchern herausfressen. "Und wenn die kleinen Bienen das jetzt nicht mögen, was die Mamabiene ihnen da reingestopft hat?" Ja was dann? Keine Ahnung. Im März werden wir die Hölzer nach draußen hängen, mit Blumen davor und dahinter. Und weil es so kalt war und weil es morgen noch genauso kalt ist, haben wir Wasser in Luftballons gefüllt und nach draußen gelegt. Die bleiben bis morgen früh draußen und dann schneiden wir die Ballons auf und kucken was drinne passiert ist. Ich werde Fotos machen, dran bleiben.  
PS. Die Nisthölzer sind noch nicht fertig, ich muss die Bohrlöcher noch sauber und glatt schleifen, sonst machen die Bienen sich die Flügel kaputt, ich habe nur noch nicht eine passende Feile gefunden, auch im Baumarkt nicht, na ja.