4.7.12

Ein Märchen

Beim Malen ist mir gestern noch ne andere ZEN Geschichte eingefallen. Keine Sorge, ich will wirklich keine Sekte gründen. Ich weiß nicht mehr, wo ich die zuerst gelesen habe. So ist es oft, ich lese was, dann erzähle ich mir es, dann dem und dem und dann verändert sich die Geschichte, hat das noch was mit dem Gelesenen zu tun?, eine Art Wandermärchen. Also: In Japan. Ein Junge will Maler werden. Die Eltern sind nicht einverstanden, schicken ihn in ein buddhistisches Kloster. Dort malt der Junge weiter, erledigt nicht seine Klosterarbeiten. Der Abt bestraft ihn, bindet ihn im Kloster auf dem Steinboden mit einem Seil fest und läßt ihn dort allein. Stundenlang. Dann hört der Abt den Jungen plötzlich laut schreien und weinen, er läuft zu ihm, sieht ihn dort auf dem Boden, er schreit immer noch und weint und vor ihm auf dem Boden sitzt eine Maus. Der Abt denkt: Der Junge fürchtet sich vor dieser kleinen Maus und will die Maus mit dem Fuss wegschieben und da merkt er - die Maus ist nur gemalt. Der Junge hat die Maus gemalt. Mit seinen Tränen. Was für eine Geschichte! Aber, jetzt wo ich die Geschichte aufschreibe, merke ich, dass das kein guter Schluss ist. Irgendwie fehlt mir jetzt was. Na ja, heute soll es regnen, ein kleines Gewitter wird es geben, dann können wir vielleicht morgen noch mal mit der Kreide auf die Strasse gehen.

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