9.1.13

Treppenmusik oder weniger ist mehr

Ich hab ne neue Gitarre. Ein Weihnachtsgeschenk. Kein Superding, aber man kann darauf spielen. Alles was ich so spieltechnisch drauf habe, das geht mit diesem Instrument. Anders als bei der kleinen blauen Gitarre, die ich mal für 25 Euro in Middelburg am holländischen Meer gekauft habe. Ich hab davon schon mal erzählt: HIER.    Auf der kleinen blauen gehen zum Beispiel keine Barreegriffe. Ab dem 5. Bund ist Feierabend. Die Möglichkeiten dieses Instrumentes sind eingeschränkt. Aber nun merke ich, dass mir zusammen mit der kleinen Gitarre viel mehr einfällt, dass wir beide wunderbar, phantasievoll zusammen improvisieren können. Auf der neuen großen geht das nicht so. Oder vielleicht, noch nicht. Gerade weil die kleine Gitarre nicht so viele Möglichkeiten hat, fällt mir mehr ein. 
Vor ein paar Jahren habe ich auf einem Flohmarkt für fünf Euro eine Kalimba gekauft, habe die gestimmt, so wie es mir gerade eingefallen ist, wie es mir gerade gefallen hat, und dann habe ich darauf gespielt. Für mich, zu meiner Freude,  habe Töne, Rhythmen, Melodien erfunden, bin oft auf unserer Treppe im Haus gesessen und habe wer weiß wie lang der Musik zugehört.   Selbstvergessen, sozusagen. Und die Musik war gut, weil sie mir gutgetan hat. Und dann später irgendwann, hab ich gedacht, warum spielste nicht so auch Gitarre? Du beschränkst deine Möglichkeiten, um mehr machen zu können. Und ist das nicht ein Bild?, ein Gleichnis? für alles was ich so mache? Ich zeichne nur noch mit Bleistift, einfache Zeichnungen, zeichne in ein einfaches  Buch, zeichne oft dieselben Situationen und merke dabei, das mehr möglich ist. Weniger ist mehr. Ja, ja, merk dir mal, Klaus!

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