30.3.13

Mein Pferdchen

Ich habe nicht genug Platz gelassen beim Zeichnen für den Text. Den kann man jetzt schlecht lesen. Schade. Der Text ist aus dem Buch: Bilder und Gedichte für Kinder, Verlag Westermann, Braunschweig 1971, der Verfasser ist unbekannt. Hier noch mal der ganze Text: 

Mein Pferdchen 
Hei, mein Pferdchen trabt geschwind, 
pan, patapan, patapan, 
läuft noch schneller als der Wind, 
pan, patapan, patapan. 

Wenn es durch das Wasser patscht, 
flick und flack und flick und flack, 
trabt mein Pferdchen ganz geswchwind, 
läuft noch schneller als der Wind. 

Wenn es durch die Wälder bummelt,
boum, badabou, badabou, 
trabt es gleich drauf ganz geschwind, 
läuft noch schneller als der Wind, 
pan, patapan, patapan. 

Verfasser unbekannt

29.3.13

Die sogenannte Realität

"Cosiddetta realita", ein Ausdruck von Morandi, die sogenannte Realität. Die Zeichnung hier drüber könnte man für eine realistische Zeichnung halten, ein realistische Skizze. Eine Gruppe von Menschen, stehen irgendwo rum, warten auf was. Vielleicht auf den Bus? Stimmt genau! Der Zeichner zeichnet jetzt was er sieht, diese Gruppe von Menschen. Die bleiben aber ja nicht stehen, so wie Figuren im Aktsaal einer Akademie. Ich fange an, sehe mir eine Figur an, sehe aufs Blatt, schaue wieder auf, und der Mensch steht schon ganz woanders. Neue Leute kommen dazu, ich zeichne den nächsten einfach an den ersten dran, wieder ist alles anders, dann fehlt der Komposition an einer Stelle noch ein Mensch und den erfinde ich einfach. Zu Hause zeichne ich das Bild fertig, dann ändert sich nochmal was, die Zeichnung hier drüber ist so ein Beispiel, wie eine Zeichnung vor Ort aussieht, wo ich weitermache, wenn ich wieder zu Hause bin. Manche Zeichnungen sind natürlich auch an Ort und Stelle fertig. Ich finde es immer schwierig, draussen einen Platz zu finden, wo ich mich hinsetzen kann und in Ruhe zeichnen kann. Die Leute merken sehr schnell, dass ich sie zeichne und das macht mich nervös, ich will nicht, dass mich jemand anquatscht: Soll das etwa ich sein? Also besser: Bäume zeichnen. Die hier drunter sind aber alle aus der Erinnerung gezeichnet. Nach einer wunderschönen kleinen Wanderung mit meiner Tochter, kalt war es, aber die Sonne schien so hell wie im Sommer, Bäume habe ich mir angesehen, habe nach Blattknospen gesucht, nach Blüten, nur manchmal was gefunden und dann zu Hause war ich "so voller Figur", wie Dürer das mal gesagt haben soll, und habe angefangen zu zeichnen.Also auch die Bäume hier drunter sind reine Phantasie. 

24.3.13

Eine Ziege sass auf einem Stein

Heute morgen, beim Frühstück gemacht, so ein DIN A 4 EinfachstLeporelloHeft. Kann man prima fotokopieren und dann falten und verschenken. Der Text ist nach einem einen Gedicht von Helme Heine (ich hab den Text beim Zeichnen etwas verändert) aus: "Ich lieb dich trotzdem immer", Gertraud Middelhauve Verlag Köln, enbtdeckt im Jahrbuch 84 Spielen und entdecken. Noch so ein tolles altes Kinderbuch. von 1984. Um Janosch zu zitieren: Merkt euch das Leute!

23.3.13

Neues Zeichenbuch

Wenn ich anfange zu zeichnen muss ich jedesmal aushalten, dass ich erst mal so ne halbe bis ne ganze Stunde zeichnen muss, warten muss, bis es anfängt zu zeichnen. Und manchmal fängt es nicht an, weil ich einfach aus meiner Bleistiftkiste den falschen Bleistift rausgenommen habe. 3B anstatt 2B . Manchmal ist der Fehler auch andersrum. Unglaublich wieviel der Bleistift mit zeichnet. Unglaublich schön ist das aber auch: "Meine Bleistifte!"

Eine Buchreparatur

Mir ist ein schöner Werbespruch für meine Buchreparaturwerkstatt eingefallen: Wenn ich dein Buch nicht reparieren kann, dann ist es nicht kaputt. 
So habe ich auch dieses Buch aus dem Kindergarten repariert. Lilli machst du Quatsch? von Nina Kuhn und Yvonne Kuschel. War total kaputt. Ich glaube ein Kind, oder waren es mehrere?, hat das Buch mit einem Abreisskalender verwechselt. Das ist aber ein tolles Buch! Lilli darf den ganzen Tag Quatsch machen, schneidet ihren Puppen die Haare ab, malt die Fliesen im Badezimmer mit Mamas Nagellack an, setzt das Badezimmer ein Meter fünfzig unter Wasser und die Eltern tun das einzig richtige, sie fragen ab und zu mal nach, ob es dem Kind gut geht. So soll es sein. Und dann gefallen mir die Zeichnungen so gut, toll sind die, deshalb hier ein paar Bilder:

22.3.13

Herbarium

Heute morgen sieht es so aus, als ob den ganzen Tag die Sonne scheinen wird. Es ist aber noch kalt. Die Tulpen blühen noch nicht in unserem Garten. Aber nebenan, bei einer Nachbarin. Die hat ein Blumengeschäft.

20.3.13

Werde nicht böse vor dir selbst



Ich sitze gerade an unserer Steuererklärung. Ne falsch, ich sitze schon seit 3 Tagen an unserer Steuererklärung. Und das macht mir so viel Spaß! Ehrlich! Ist das eine Freude! Und ich meine das jetzt nicht schnippisch oder so. Ne, wirklich. Schade nur, dass ich nur einmal im Jahr eine Steuerklärung machen darf. Ich könnte das jeden Monat machen. Ne monatliche Steuererklärung. Oder jede Woche. Ich habe mir eine Steuerberatungssoftware gekauft. Die ist super. Geht alles viel schneller. Dauert nur länger. Aber ich erfahre auch spannende, interessante Sachen. Zum Beispiel: Der BFH hat entschieden, dass bei der Neuanlage eines Gartens die Kosten für die Neuanlage  abgesetzt werden dürfen, aber nur die Handwerkerleistungen, weil der Boden des Gartens ja bereits vorhanden war. Als ich das gelesen hab, meine Güte...  
Jetzt mal im Ernst: Immer wenn ich die Steuererklärung mache, fällt mir ein Buch von Martin Buber ein: Der Weg des Menschen nach der chassidischen Lehre. Ich habe das Buch nicht mehr, vielleicht finde ich es einfach auch nicht mehr, ich muss mal wieder aufräumen.   In dem Buch deutet Martin Buber unter anderem einen tollen Satz aus der chassidischen Lehre und der geht so: "Werde nicht böse vor dir selbst." Nun habe ich das Buch vor vielen Jahren mal gelesen, hab mir die Erklärung von Martin Buber gemerkt,  habe mir diese Geschichte auch immer wieder selbst erzählt, wie gesagt, meistens wenn ich die Steuererklärung mache, und je öfter ich mir diese Geschichte selbst erzählt habe, desto mehr hat sie sich vielleicht entfernt von dem Orginal. Ich weiß es nicht mehr. Also die Erklärung von Martin Buber und mir geht so: Wenn jemand eine Fähigkeit, ein Talent, ein Können, man könnte auch sagen ein Vermögen, ein geistiges, emotionales Vermögen besitzt, dann darf er damit nicht zu Hause hocken bleiben, sondern soll auf den Markt gehen, unter die Menschen gehen und soll mit seinem Vermögen, seinem Können den Menschen nützlich sein. Wenn er das nicht tut, wird er böse vor sich selbst. Die Geschichte ist mir heute wieder eingefallen und ich habe beschlossen, dass ich die Bücher , die ich gestern gemacht habe, nicht selbst als Skizzenbuch benutzen will, italienisches Papier aus London eingeflogen, feinstes Dorree Zeichenpapier, bei meinen katastophalen Betriebseinnahmen kann ich mir das nicht erlauben. Ich gehe damit also auf den Markt. Willse jemand haben? Je 20 Euro?   Zu teuer? Hab ich mir gedacht. Für mich habe ich jetzt so ein einfaches Zeichenbuch gemacht (siehe Bild oben), genauso eins wie das alte. Das war doch prima. Ich will nicht böse vor mir selbst werden, die Steuererklärung hat schon genug angerichtet. Morgen zeichne ich wieder. Bis dann.

19.3.13

Nichts Besonderes

Am Wochenende habe ich mir zwei neue Zeichenbücher gemacht. Das schöne alte blaue Zeichenbuch ist jetzt voll.  Ein Danke schön an das Buch. In Bücher zeichnen ist: keine Kunst machen wollen. Nichts für Ausstellungen oder Wettbewerbe. Wenn das Buch voll ist, kommt es ins Bücherregal. Zu den anderen Zeichenbüchern zwischen all den Romanen, Erzählungen und Gedichten. "Liebes Buch, ich werde dich schon wiederfinden, ganz bestimmt brauche ich dich irgendwann nochmal und will dich wiedersehen." Nichts Besonderes machen müssen. Alltagszeichnungen. Sich Fehler erlauben. Ungereimtes und Unzusammenhängendes zulassen. Den Kritiker und Besserwisser nach Hause schicken: "Vielleicht frag ich dich später nochmal, jetzt nicht." Irgendwie ist das Ganze so ne Art Selbsttherapie. Wenn ich 3-4 Tage nicht gezeichnet habe , geht es mir schon nicht mehr so gut. Also, zwei neue Bücher. Ich werde berichten.