24.4.13

Gespenster

Ich habe mich vertan. Die Villa Sonnenschein ist überhaupt keine alte Fabrikantenvilla. Es war das Wohnhaus für die Nonnen aus dem Kloster gegenüber. Gebaut wurde das Haus 1929. Das Kloster gibt es auch noch. Seit ein paar Jahren ist die Villa ein städtischer Kindergarten. Ich mag das alte Haus sehr. Und der Keller ist wunderbar. Gestern bin ich mit den Kindern da rein und wir haben kein Licht gemacht, nur zwei Taschenlampen haben wir mitgenommen. Wir haben uns alle ein bisschen gefürchtet, genau so viel gefürchtet, dass nach 10 Minuten all unsere Angst weg war. Wo sind jetzt die Gespenster? Keine da. Auch im Heizungsraum nicht. Also haben wir angefangen die Gespenster zu zeichnen. Lange Papierbahnen an den Wänden, sah ein bisschen aus wie steinzeitliche Höhlenmalereien. Sehr lustig wars dann. Aber immer noch kein Gespenst. Da haben wir die Gespenster selber gespielt. Total klassisch. Mit Bettlaken überm Kopf. Jeder durfte mal Gespenst sein und die anderen erschrecken.Pustekuchen. Ging nich. Weil solche Gespenster natürlich voll lustig sind. Danach waren wir alle im Garten, die Sonne schien, herrliches Frühlingswetter, die Bäume werden grün und gelb und rosa, und dann musste ich gehen und die Kinder kommen zu mir: Klaus, können wir nicht nächstes Mal wieder in den Keller gehen? Mal sehen. Ehr nicht. Vielleicht zeichnen wir mal draussen. Unterwegs. Ja, oder im Garten. Mal sehen.

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