14.4.13

Frühling

Jetzt bin ich wieder ein Zeichenlehrer in einem Kindergarten. Drei Monate lang, jeden Dienstag, Villa Sonnenschein. Das ist wirklich ne Villa. Ein altes Fabrikantenhaus mit einem großen Garten. Wie kann man mit 3-6 jährigen Kindern Zeichenunterricht machen, der die Möglichkeiten der Kinder ergänzt, erweitert und der voll lustig und echt cool ist? Wo keine Zeichnung richtig oder falsch ist? Wo zuerst das Erlebnis und dann erst das Ergebnis kommt? Mal sehen. Ein Spiel geht so: Alle dürfen an eine Wand eine Zeichnung pinnen, mit Heftzwecken. Etwas Selbstgezeichnetes oder etwas Gefundenes. Oder auch ne echte Postkarte. Alles in Postkartengröße. Und dann darf jeder, dem so eine Karte gefällt, darf die sich nehmen und behalten. Sie gehört ihm. Aber er muss sie abzeichnen und an genau die Stelle hinpinnen, wo er die andere weggenommen hat. Wie er die abzeichnet ist immer großartig. Er darf nur nicht einfach ein anderes Bild malen und da hinhängen. Er muss versuchen die Karte abzuzeichnen. 
Soll wir das mal ausprobieren, hat die Pauline mich gefragt. Ja klar. Jetzt spielen wir das Spiel schon mal zur Probe zu Hause. Wenn das uns Spaß macht, uns zu Hause und auch den Kindern in der Villa Sonnenschein, dann weiß ich jetzt schon ein zweites Spiel, dann besorge ich mir ein Regal, wir stellen das in den Villa-Sonnenschein-Flur  und da tun wir alles Sachen rein, die einer nicht mehr haben will. Von zu Hause mitgebracht. So wie man Sachen für den Flohmarkt zusammensucht. Und wer so ein Ding haben will, darf es sich nehmen, muss aber vorher das Ding abzeichnen und das Bild an die Stelle von dem Ding stellen.

Frühling!

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