17.10.13

Der Duft von Büchern

Ich weiß es noch genau. Das erste Buch, das ich, 5, 6 Jahre alt, gelesen habe, war ein Sanella Bilderbuch: Don Quijote von Miguel de Cervantes. Gibt es die Margarine heute noch? Keine Ahnung. Immer wenn meine Mutter einkaufen ging, diese Sanella Margarine kaufte, war in der Packung ein kleines Bild. Illustrationen zu dem Roman. Und als ich dann alle Bilder, oder fast alle Bilder hatte, habe ich meine Mutter genervt: Du musst mir jetzt auch das Buch zu den Bildern kaufen! Damals war Don Quijote kein versponnerer Idealist, einer nahe am Wahnsinn, und die im Roman versteckten kritischen Hinweise auf Misstände der Cervantes Zeit, auf Autobiographisches, habe ich auch erst später in einem literaturwissenschaftlichen Seminar herauslesen gelernt. Als Kind war der Don mein Held. Und dieses Sanella Buch war mein Buch. Ein Buch mit Bildern. Irgendwie ist das heute noch so. Und da habe im Blog von Rotraut Susanne Berner, ganz oben auf ihrem Blog ein Zitat gelesen von Lewis Carell aus Alice im Wunderland und das geht so: ...und was für einen Zweck haben schließlich Bücher, in denen überhaupt keine Bilder und Unterhaltungen vorkommen? 
Gut, dass es heute noch solche Bücher gibt, manchmal, weniger sind es geworden, Bücher mit denen ich auf eine Reise gehen kann. Die Fliege, eine Erzählung von Katherine Mansfield, mit  Illustrationen von Sophia Martinek, Büchergilde Gutenberg ist so ein Buch. Was für eine Freude, so ein Buch in die Hand zu nehmen, die Zeichnungen und den Text zu lesen, und dann mit einem Mal woanders zu sein. Und jetzt weiß ichs nicht genau, ich meine aber, dieses Heft riecht irgendwie genau wie mein Don Quijote Sanella Bilderbuch .

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