27.4.14

Notizbuch vom Garten

Ein kleiner Garten. Nichts Besonderes. Keine Rosen, Chrysanthemen, Dahlien, nicht einmal Tulpen. Die Himbeeren wandern rhizomatisch durch die Rabatte. Niemand ist aufwendig bemüht  etwas Besonderes aus diesem Garten zu machen. Die Wiese ist natürlich immer prima geschnitten, wir haben einen Handrasenmäher, ein Spaß für alle damit einmal über die Wiese zu brettern. Ein paar unbekannte Wildblumen blühen hier und da. Und dann rote Lichtnelken, Purpurglöckchen, Löwenzahn. Jetzt im Sommer ist die Türe zum Garten den ganzen Tag offen, die Grenze zwischen Wohnraum und Garten verschwindet, ein Gartenwohnraum entsteht. Draußen essen, lesen, in den Himmel kucken, erzählen und zeichnen. Dann sage ich mir, eigentlich müsstest du jeden Tag so wie heute da draußen sitzen und zeichnen. Auch im Herbst und im Winter. Eine Stunde lang. Oder auch zwei. Weg sein aus dem Betrieb. Woanders. Sonne und Wind. Kinderlachen. So viel gibt es zu sehen, zu entdecken. Man könnte sich mit einem der verwilderten Blumentöpfe ne ganze Woche beschäftigen. Ein Gartennotizbuch zeichnen. 

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