15.1.15

Markttag

Es ist windig, es regnet und es ist kalt, eigentlich sollte man zu Hause bleiben, ach was,  ich gehe trotzdem los. Immer mehr sogar gerade deshalb. Rechts aus dem Haus raus, am Friedhofzaun vorbei, dann kommt ein Weg mit rechts und links Bäumen und dann kommt der Feldweg. Eine Stunde unterwegs, zurück dann die Straße wo die alten Bauernhäuser stehen. Ich suche mir immer einen Weg aus, wo ich mir einbilden kann, ich würde auf einem kleinen Dorf leben.  Auf dem Land, draußen, irgendwo woanders. Ich suche unterwegs die ersten Schneeglöckchen, der Bauer fängt jetzt schon an den Acker zu düngen, die Heckenrosen haben immer noch Hagebutten, schön ises hier. Die Stadt, das Autofahren und die Supermärkte, die Werbung, dieser ganze Lärm geht mir oft auf die Nerven. Und zu diesem Weg gehört auch der kleine  Markt. Ein Bauer fährt mit seinem Wagen auf den Platz und lädt seine Kisten aus. Immer Dienstag. Warum immer nur Dienstag? Mehr lohnt sich nicht, sagt er. Die Leute kaufen lieber im Supermarkt. Heute mache ich eine Suppe: Zwei Hokaido Kürbisse, fünf Kilo Kartoffeln, fünf Bananen, drei kleine Beutel Zwiebeln, ich hole einen Zwanziger raus, mehr als zehn Euro wird es doch kosten, ach gib mir mal fünf Euro, sagt der Bauer. Willste nicht auch noch Blaubeeren mitnehmen? Wo kommen die denn jetzt her?, frag ich. Aus Chile, sagt er. Ach, du meine Güte, sag ich, aus Chile. Ja, die wollen da unten doch auch was verdienen. Bis nächste Woche.

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