29.6.15

Ein Traum

Irgendwo in unserer Stadt. Ein Stadtteil den ich nicht kannte. Den Supermarkt kannte ich auch nicht, aber ich brauchte noch dringend ein paar Sachen für das Abendessen und es war schon spät. Gleich wäre alles zu. Ich betrat den Laden und gleich hinter der Eingangstür stand ein Mann, der mir das Leergut, einen leeren Kasten Wasser, abnahm und mir dafür zwei Euro gab. Zwei Euro, mehr nicht? Ich war zu müde nach einem anstrengenden Tag um zu protestieren, nahm das Geld, holte mir einen Einkaufswagen und besorgte die fehlenden Sachen, dann stellte ich mich an der Kasse an. Als ich dran war, sagte die Kassiererin: " Und wo ist Ihr Chip?" 
"Welcher Chip?", fragte ich.
"Jetzt kommen Sie mir bloß nicht so!", sagte sie laut, "Sie haben doch eben Leergut abgegeben."
"Das stimmt ", sagte ich, "und dafür habe ich zwei Euro bekommen." 
"Sie haben einen Leergutchip bekommen", widersprach sie mir. "Ich brauche den Leergutchip, um abrechnen zu können." 
Die Leute hinter mir in der Schlange wurden unruhig. Es war auch zu ärgerlich. "Was denn, was denn?" sagte ich laut. "Kassieren Sie doch einfach meine Sachen, dann bezahle ich alles!" 
Aber sie bestand auf diesem blöden Leergutchip. "Ich bin ein direkter Nachfahre von Kaiser Wilhelm dem Zweiten und ich brauche diesen Leergutchip", sagte sie und zum Beweis holte sie unter dem Kassenschrank den Reichsapfel hervor und zeigte ihn den Leuten in der Schlange. Da wurden die Leute richtig wütend und aggressiv. Zuerst dachte ich, sie würden auf meiner Seite sein, weil das mit  dem Kaiser Wilhelm und die ganze Situation überhaupt ja wohl nur eine einzige pathologische Verrücktheit dieser Kassiererin sein konnte. Aber nein, sie beschimpften mich. Ich solle machen, das ich nach Hause komme. 
"Nichts lieber als das!", sagte ich, "aber ich brauche diese Sachen für das Abendessen." 
"Dann geben Sie der Kassiererin doch endlich den Leergutchip!" riefen alle und gingen auf mich los und in letzter Sekunde gelang es mir abzuhauen. Kurz vor dem Aufwachen dachte ich für einen Moment, der Traum könnte was zu tun haben mit den Nachrichten über Griechenland, die ich gestern zu lange verfolgt hatte, aber als ich dann wach war, war ich mir nicht mehr sicher.

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