8.9.15

Heute morgen

Heute morgen habe ich die Kinder in die Schule gefahren, es war dunkel, trübe, es fing an zu regnen, Herbststimmung, draussen und drinnen, trotzdem: Mach einen kleinen Gang, geh den Weg, den du sonst immer gehst! Krähen in der Luft. Noch mehr Herbststimmung. Das alte verfallene Bauernhaus, im Frühling bin ich da kucken gegangen, da haben sie angefangen es zu renovieren, jetzt ist es halb fertig, schlimm sieht es aus, die schöne Ziegelsteinmauer haben sie mit irgendeinem Styroporblödsinn beklebt, Wärmedämmung wahrscheinlich, und dann haben sie die Wand orange angestrichen. Orange, meine Güte. Etwas weiter ein Bauernhof, wo bald die Quitten reif sind. Einmal hat mir die Besitzerin ein paar  Quitten geschenkt. Für Quittenmarmelade. Rosen und Stockrosen blühen da immer noch. Immer noch, jetzt habe ich es gesagt, der Sommer ist vorbei. Und dann auf dem Rückweg lag ein toter Fuchs am Straßenrand. Von einem Auto überfahren. Ein kleiner, junger Fuchs. Ich habe noch nie draußen auf den Feldern oder im Wald einen Fuchs gesehen! Noch nie! Ich wußte gar nicht, dass es hier wo wir leben Füchse gibt! Und jetzt liegt einer tot am Straßenrand. Was wäre das, wenn mir einmal unterwegs ein Fuchs über den Weg laufen würde! Oder mich ein Stückchen begleiten würde. Das wär was. Ich geh jetzt nach Hause, verkrieche mich da und lese ein dickes Märchenbuch mit vielen Bildern. Manchmal hilft mir das.

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