26.9.15

Traum

Ich war auf einer Kirmes, und der ganze Rummel  gefiel mir überhaupt nicht. Aber dann war da eine Bude mit einer Wahrsagerin und ich dachte mir, es könnte ja nicht schaden, wenn ich ein bisschen was über meine Zukunft erfahren würde. Die Wahrsagerin hatte sich total geschmacklos wie eine alte Hexe zurechtgeschminkt, wie sie in Wirklichkeit aussah konnte ich mir bei aller Liebe nicht mehr vorstellen. Vielleicht war sie ja ganz attraktiv. Sie verlangte 100 Euro für ein Lebenshoroskop unterstützt durch astrologische Inhalte. Astrologische Inhalte?!  "Mir würde es aber reichen, sagte ich, "wenn ich wüßte, was in der nächsten Woche passiert. Da ist bei mir im Garten einiges zu tun." "Für wen halten Sie mich", antwortete sie, "ich bin doch nicht die Wettervorraussage." "Bei denen stimmt  ja auch nie was. ", sagte ich frech, weil ich immer noch schlechte Laune hatte, "Von der Wahrheit habt ihr doch alle keine Ahnung!" Da warf sie mich raus.  Ich wanderte  aus der Stadt hinaus, verließ den ganzen Rummel und kam an einen einsamen See, Gott sei Dank, und da sah ich, dass es Herbst wurde. Die Blätter fielen massenhaft von den Bäumen und die Bäume sahen plötzlich richtig bedrohlich aus. Ich bekam es mit der Angst zu tun und bereute es,  nicht auf diese alte Kirmeshexe gehört zu haben. Aber da lag am Ufer ein Boot, ein altes japanisches Boot, und ich wußte wer es da hingestellt hatte, für mich hingestellt hatte: Mein alter Freund Hokusai. Wenn ich schon nichts über meine Zukunft in Erfahrung bringen konnte, dann aber wenigstens über meine Vergangenheit. Ich pflückte die letzten Waldblumen am Ufer, stieg in den Kahn und fuhr los.

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