2.10.15

Eine Viertelstunde Frühling ist wertvoller als ein Sack voll Gold

Vorgestern auf der Kinderinsel. Einführung in die Zwiebelkunde. Was sind eigentlich Zwiebeln, wie sehen die aus und was kann man damit machen? Man kann die essen, haben die Kinder gesagt. Ich mag die aber nicht, haben die meisten gesagt. Wir haben die Zwiebeln geschält. Was hat sieben Häute und beißt alle Leute? Genau. Wir hatten alle Tränen in den Augen, haben dabei aber gelacht, is ja nix Schlimmes. Ich hatte auch Silberzwiebeln im Glas dabei, die mochten nur ein paar Kinder probieren. Und geröstete Zwiebeln hatten wir. Ich habe aber nicht verraten, dass das Zwiebeln sind. Alle Kinder haben gesagt, das sind Chips und haben da ganz schön viel von probiert. Also mögt ihr doch Zwiebeln. Häh, sind das echt Zwiebeln? Ja klar. Die Zwiebelkunde war ein echter Biologieunterricht. Ein Junge hat entdeckt, dass in der Zwiebel, die er aufgeschnitten hat, dass da eine Babyzwiebel drin ist. Toll. Brauchte ich schon nix mehr erklären. Wir haben das gemacht, weil wir nächste Woche Blumenzwiebel aufpflanzen wollen. 200 Stück im ganzen Kindergarten verteilt. Den Unterschied zwischen Küchenzwiebel und Blumenzwiebel haben wir auch verstanden. Die riechen anders, haben die Kinder gesagt. Die sehen auch anders aus. 200 Blumenzwiebeln: Anemonen, die heißen auch Buschwindröschen, is eigentlich noch ein schönerer Name, und Krokusse, Traubenhyazinthen, und puschkinia scilloides. Wenn wir es richtig machen, wird in 2-3 Jahren der Kindergarten voller Frühling sein. Ich hab irgendwo ein chinesisches Sprichwort gelesen: Eine Viertelstunde Frühling ist wertvoller als ein Sack voll Gold. Wenn sich das mal ein paar mehr merken würden, sähe unsere Welt besser aus.

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