27.10.15

Gartenkinder-Kindergarten

Morgen bin ich wieder auf der Kinderinsel. Immer am Mittwoch. Das Projekt heißt jetzt: Graben, säen, pflanzen, giessen, ernten, kochen, backen. Und ungefähr das machen wir auch. Morgen machen wir aber Holzverbindungen. Ein Hochbeet haben wir schon gebaut. Da ist jetzt Gartenerde und 200 Blumenzwiebeln drinne. Morgen machen wir Tische, Stühle, Bänke, Hocker und so ähnliche Sachen, alles was 4 Beine hat mit einer Platte drauf. Ich sammel die ganze Woche Ideen, Einfälle, Möglichkeiten, auf meinem Arbeitstisch liegt immer ein kleines Buch und da kritzle ich was rein, wenn ich was sehe, was mir gefällt, was ich mal machen will. Nach ein paar Wochen ist das Buch vollgekritzelt, dann blätter ich das noch mal durch und verstehe nix mehr. Warum hab ich das aufgeschrieben und was soll das bedeuten? Immer mehr merke ich, dass meine Notizen total nutzlos sind. Ich kann meine Ideen nicht festhalten, all das sagt mir schon nach ein paar Wochen nix mehr. Aber dann entstehen Bilder, bunte Bilder, ich übermale all das Geschriebene, altered book sozusagen, ich male die Notizen, auch die Koch und Backrezepte, male Blumen und die Kinder im Kindergarten, Vögel und dann merke ich, dieses Zeichenbuch, wenn ich das durchsehe, dann fällt mir wieder was ein, dann erinnere ich mich wieder. Das Buch habe ich mit in den Kindergarten genommen: "Dürfen wir uns das mal ansehen?", haben die Kinder gefragt. "Ja klar." Und dann wollten sich ein paar Kinder was daraus abzeichnen und ich habe das Buch in der Gruppe gelassen. Blumen haben sie gezeichnet. Total anders als ich. Andere Proportionen, größer, kleiner, nur die Farben waren richtig, aber ich konnte immer erkennen , welche Blumen sie gezeichnet haben. "Das ist eine Puschkinie und das ein Elfenkrokus." So was gefällt mir ja! Jetzt wollen sich alle so ein Gartenbuch machen. Gartenkinder-Kindergarten. Machen wir, Bücher sind toll. Bücher sind wie ein Garten, den man in der Tasche mit sich trägt.  

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