13.10.15

What we save, saves us

Kalt draußen. 1 Grad. Ich hab Blumenzwiebeln gesteckt. Frühlingsblumen. Die Blätter von ein paar Gehölzen liegen schon auf der Erde, diesmal lass ich sie da liegen. Mulchen hilft der Gartenerde und sieht schöner aus im Winter. Der Garten im Winter, mal sehen, wie oft ich da draußen bin. 
Ich erinnere mich im vergangenen Herbst habe ich auch ganz viele Blumenzwiebel gesteckt, Narzissen, Tulpen, Traubenhyazinthen, Schneeglöckchen, aber den ganzen Sommer über im Garten immer wieder was geändert. Ein paar Sträucher, Gehölze, Stauden kamen raus, ganz viel Neues kam  dazu und dabei habe ich immer wieder Blumenzwiebeln gefunden - das Laub war längst eingezogen-, die da nicht bleiben konnten.  Zuerst habe ich die Zwiebeln gesammelt. Soll ich die jetzt aufheben? Die kosten doch gar nicht viel! Kauf doch einfach im Herbst ein paar neue!  Dann haste auch nicht so viel Arbeit. Also habe ich die in den Müll gegeben.  Jetzt merke ich, ich hätte die Zwiebel verwahren sollen. Hätte rausfinden müssen, wie man die gut lagert, bis man sie wieder braucht. Weil ich so Geld gespart hätte? Weil ich mir nicht so viel Arbeit gemacht hätte? Hat ein Tag nicht genug Zeit? Muss denn alles an einem Tag erledigt werden? Diese Fragen muss ich mir nicht beantworten. Es geht um was ganz anderes. Sich um die Blumenzwiebeln zu kümmern, mit aller Sorgfalt, Achtsamkeit wäre gut gewesen, weil es mir gut getan hätte. Sich kümmern um, sich einer Sache annehmen, auf etwas Acht geben, einer Sache Beachtung schenken, für etwas zuständig sein, für etwas sorgen: dabei geht es nicht allein um die Sache, sondern immer auch um uns selbst. Wir arbeiten nicht nur im Garten, sondern auch an uns selbst. Wenn ich mich um die Blumenzwiebeln kümmere, kümmern sich die Blumenzwiebeln um mich. Hört sich albern an? "This Is Paper", ein polnisches Magazin, sagt das so: What we save, safes us

1 Kommentar:

Rob Dunlavey hat gesagt…

Well said. It's all about attention and being satisfied with our efforts --big or tiny. Then move on.