23.2.16

Drei Tage Regenwetter

Ja, tut mir leid, mehr fällt mir heute nicht ein. Es regnet aber auch  schon den dritten Tag! Ach, hör doch auf zu jammern! Genau. Ich mach jetzt ne Einkaufswanderung kaufe Kartoffeln und dann gibt es heute Mittag, wenn die Pauline nach Hause kommt gibt es echte selbstgemachte Gnocchi. Hier drunter der Blumenstrauß ist von der Oma ein Geburtstagsgeschenk. Die Pauli ist jetzt 10 Jahre alt. Wo finde ich jetzt ne wasserdichte Einkaufstüte? Mein Gott, wo wird das alles enden?
Und dann mache ich mir auch noch Sorgen um die Vögel. Aber vielleicht macht denen das Wetter gar nix aus. Schreib auf: Sonnenblumenkerne mitbringen.

17.2.16

Noch ein Traum




Ich drehte mich im Schlaf auf die andere Seite, kam in eine halbembryonale Schlafstellung, legte beide Hände zusammen, wie zu einem indischen Gruß. Dabei bemerkte ich, dass meine beiden Hände immer größer wurden. Nicht nur ein bißchen, sie wurden zuerst so groß wie mein Kopfkissen, dann so groß wie das halbe Bett. Ich wollte diesen Albtraum beenden und beschloß einfach aufzustehen. Ich ging ins Badezimmer und in dem großen Spiegel da sah ich, dass ich das Ganze nicht geträumt hatte. Ich hatte wirklich so große Hände bekommen im Schlaf. Merkwürdigerweise erschrak ich jetzt nicht mehr, sondern war ganz zuversichtlich, dass ich auch  mit so großen Händen sicher durchs Leben kommen würde. Ich ging wieder ins Bett, schlief auch fast sofort wieder ein. Als ich am Morgen aufwachte, waren meine Hände ganz normal. Bis auf den rechten Zeigefinger. Da musste ich mich irgendwann, irgendwo ziemlich tief geschnitten haben. Keine Ahnung wo und wann. Jetzt ließ mir der Traum aber keine Ruhe und ich googlete, was das alles denn bedeuten könnte. Also: Hände im Traum haben mit dem zu tun, was wir so machen, mit den Händen sind wir aktiv, mit den Händen begreifen wir die Welt. Aha! Und wenn jetzt in meinem Traum meine Hände immer größer werden, sagt das, dass ich mehr tun sollte. Aktiver meine Ziele verwirklichen sollte. Hallo? Was denn für Ziele? Ich denke gar nicht daran! Blödsinn! Na ja, vielleicht bedeutet der Traum auch noch ganz was anderes. Aber was? Keine Ahnung. 

No one there to tell us what to do

Man weiß es ja. Wenn man Weidenzweige klein schneidet und in die Erde steckt, wachsen die weiter. Aber wenn es dann wirklich passiert, ist es zum Staunen und Wundern. Die Kindergartenkinder sind aber auch jeden Tag kucken gegangen, ob die Erde noch feucht ist. Feucht nicht nass. Wenn der Boden draußen nicht mehr gefroren ist, stecken wir im Garten mit den ganz großen Weidenzweigen ein Geheimzimmer. Zum Verstecken. Ich merke immer mehr, dass ein Garten eine Möglichkeit ist sich zu verstecken. Mit ein paar Freunden, singen, tanzen, erzählen, in den Himmel kucken, no one there to tell us what to do, The Beatles.

1.2.16

Sei so einfach wie möglich, aber entferne nicht die Poesie von den Dingen.


Ein japanischer Teehausgarten. Der Weg zum Haus mit Steinen gepflastert. Natursteine, große Trittsteine. Die Steine sehr achtsam gelegt, so dass man auch sehr achtsam den Weg gehen muss. Eine Gehmeditation, Vorbereitung auf die Teezeremonie. Wenn man nicht achtsam geht, wird man stolpern. So werden will ich mit den Kindern im Kindergarten einen kleinen Weg machen, japanisch, aber wir haben keine Natursteine, dann nehmen wir eben die Steine , die da sind. Ein Weg der holprig ist, nicht gerade ist, wo Wasser stehenbleiben wird, der vielleicht in einem Jahr ausgebessert werden muss. Ist es nicht schön, dass wir was machen, was man dann irgendwann reparieren kann? Die Kinder machen mit. Aber die Erwachsenen melden schon erste Bedenken an: Da können die Kinder aber nicht gut mit den Rädern durchfahren! Immer perfekt und langweiliger werden unsere Wege, wie Autobahnen, gerade, kilometerweit einsichtig, ohne jedes Geheimnis, wie mag es wohl um die Ecke weitergehen? Was kommt denn da noch? Bequem und übersichtlich soll alles sein. 
 In der Stadt hat das Grünflächenamt in einem Park am Rand alle Sträucher abgesägt, ausgegraben, brutal mit Schaufelbaggern und tonnenschweren Zerhackern, Dinosaurier, die alles in einem Vormittag kaputtmachen. Was bleibt: Bäume, ein vermatschter Boden und ein freier Blick auf die parkenden Autos. In der Zeitung steht, ein paar Leute hätten sich beschwert, dass der Park durch die Büsche zu unübersichtlich wäre. Freier Blick auf die Straße und den Autolärm hört man jetzt auch besser. Und so wie die Wege im Garten, die Wege da draußen so wollen die Menschen auch leben.
Die beiden Bilder hier drunter habe ich mir bei Robert Ketchell geliehen, der ein großartiges Blog schreibt, tolle Bilder, ich schau mir das Blog gerne an, verstehe und lerne viel, auch wenn ich keine japanischen Gärten mache und meine Wege anders aussehen, im Wesentlichen aber genau dasselbe meinen.