8.4.16

Eine Frage:

Die ganze Woche war ich im Kindergarten. Ich habe mit den Kindern im Garten gearbeitet. Kartoffeln haben wir gestern gepflanzt. Und Erde gemischt. Erde unter einem Binokular angekuckt. Sehr schön wars. Aber auch laut, manchmal stressig, mit Kindern zu arbeiten kostet Kraft. Heute bin ich zu Hause, am Vormittag ganz allein, muss nur ein bisschen aufräumen, das hat Zeit, also habe ich mir gesagt, heute machste mal nix. Setze dich einfach wo hin und tue mal nichts. Ne, nich lachen, das ist gar nicht so einfach.  Aber die ZEN Buddhisten sitzen doch auch nur rum  und tuen nichts. Falsch! Die sind achtsam. Achten auf ihren Atem, ihre Schmerzen in den Knien, benennen ihre Gedanken, und hören auf die Musik, die die Welt und das Leben macht.  Meditieren wollte ich heute aber nicht. Was denn? Da fiel mir ein, dass in dem Nistkasten, den ich mit der Pauline gebaut habe, dass da seit vielen Jahren wieder Meisen brüten. Tolle Sache. Der alte Meisenkasten war wohl zu klein und kuckte wohl auch in die falsche Himmelsrichtung. Der neue hängt ein bisschen tief und ich hatte Bedenken, ob die Meisen da wohnen wollen. Und dann vor ein paar Tagen, sehe ich wie eine Meise da rein fliegt, drin bleibt und erst nach ein paar Minuten wieder raus kommt, und dann kommt sie wieder und wieder und da wusste ich, es hat geklappt. Also, wie gesagt, setze ich mich heute morgen ans Fenster und schaue in den Garten, sehe den Himmel, viele Pflanzen wachsen da  jetzt schon, Blumen, das Gras hat ein neues Grün, wunderbar. Und einfach so da sitzen tut mir gut nach einer etwas anstrengenden Woche, irgendwie ist das doch auch eine Art Meditation, ich sitze da und tue nichts anderes als aus dem Fenster zu kucken. Quatsch! Das tue ich eben nicht. Du musst das schreiben, schreib das auf, das muss in den Blog! Du hast so lange nichts mehr gepostet, die Besucherzahlen sind rückläufig, ja, weil du auch nichts schreibst, aber das ist doch ein wunderbarer Augenblick. Und wenn du über so wunderbare Augenblicke schreibst, dann wirst du auch ein ganz wunderbarer, besonderer Mensch, wer macht das heute denn schon, eine halbe Stunde am Fenster sitzen, die flippern doch alle an ihren Smartfons rum und verpassen das Wunderbare in ihrem Leben, sehen die Welt nicht mehr, das kannste doch auch in jeder Zeitung mittlerweile nachlesen, raus aus der virtuellen Welt rein in die Wirklichkeit und du, Klaus, du bist so einer der die Schönheit der Welt noch sieht und den Meisen beim Rein- und Rausfliegen zukuckt. Jetzt mal im Ernst: Warum kann ich nicht wie lange auch immer aus dem Fenster kucken ohne zu überlegen, wie und wem ich das erzählen kann? Nutzt mir das alles was? Kauft mir jemand die Geschichte, das Foto, die Zeichnung ab? In all meinen Bloggerjahren ist das noch nie passiert. Warum reicht mir der Augenblick nicht? Ist nicht die ganze Bloggerei eine riesige Angeberei? Der Wunsch gesehen zu werden? So wie Kinder, 3, 4 Jahre alt: Papa, kuck mal, wie gut ich schon Fahrrad fahren kann! 

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