3.5.16

Beware of Darkness

Seit ein paar Tagen zeichne ich ein großes Bild. Morgens, wenn alle aus dem Haus sind fange ich an. Vier bis Fünf Stunden. Zuerst eine Art Körpertraining, am Ort ankommen, da sein, spüren, sehen, riechen. Körpertraining um zu zeichnen? Ja sicher! Dann das Atelier aufbauen. Das Wohnzimmer ist zu klein für so ein Format. Trotzdem. Deshalb bin ich auch Zeichner geworden, da reicht ein Rucksack und eine Bank unterwegs als Atelier. Heute merke ich, wie gut mir das tut, jeden Morgen das Gleiche zu tun, langsam zu werden, das Bild sorgfältig zu arbeiten, jeden Tag einen kleinen Schritt weiter. Wenn die Lieben nach Hause kommen ist das Atelier wieder ein Wohnzimmer, das Bild hängt an der Wand und sie kucken dann immer, was hat er denn heute wieder dazugemalt. Bin ich auch auf dem Bild? Ja, da! Und wer ist das?
Jeden Morgen sehe ich auch, das was ich gestern stimmig fand, ist heute ein Fehler. Drei Schritte vor zwei zurück. Wie geht die Geschichte weiter? Ein Bild ist ein Buch mit nur einer Seite. Und  ich habe mich noch nicht einmal gefragt, wann bist du denn damit fertig, so friedlich bin ich geworden. 
Am dritten Tag habe ich mit Musik gearbeitet und als Georg Harrison Beware of Darkness gesungen hat, wußte ich einen Bildtitel und habe den ganz oben hingemalt. 
Heute draußen im Garten: Blauer Himmel, weiße Wolken, Wind, Frühlingsbäume rauschen.  Danke.  

1 Kommentar:

Rob Dunlavey hat gesagt…

This is so thrilling: to see you at work and play. I'm not surprised that George Harrison is a patron saint!