29.6.17

Ein Traum

Ich ging in meinen Garten hinaus, blieb auf der Holzterrasse stehen und schaute missmutig und ärgerlich, weiß der Teufel warum, in meinen Garten. Nichts stimmte, all die Jahre hatte ich falsch geplant, falsch!, ich hatte überhaupt keinen Plan gemacht, hatte beliebig und zufällig alles angeordnet, schon wieder falsch!, es gab nicht die geringste  Ordnung und mit einem Mal wusste ich auch wo der Fehler lag: Der Garten war einfach zu klein für mich. Da hörte ich plötzlich eine Stimme direkt neben mir, die sagte: "Vielleicht ist der Garten aber auch zu klein, weil du zu groß bist." 
Zuerst ärgerte ich mich über so eine blöde küchenpsychologische Diagnose, aber dann sah ich neben mir eine kleine Elfe, eine Gartenelfe musste es ja wohl sein, die das gesagt hatte. Sie hatte ein kurzes blaues Sommerkleidchen an und sah sehr sexy aus und vielleicht auch deshalb fing ich an zu glauben, dass da vielleicht was dran war und ich fragte sie: " Und wie  macht man das, sich selber nicht so wichtig nehmen?" 
"Ganz einfach", sagte sie, "hol einfach mal deine dreckigen Schuhe, das Schuhputzzeug, setze dich hier auf den Gartenstuhl und fang endlich an deine Schuhe zu putzen!" 
"Und das soll funktionieren?" 
"Fang einfach an, tue endlich was!", sagte sie. 
Ich war noch nicht restlos überzeugt, ließ mich aber trotzdem auf ihre Anweisungen ein, wie gesagt, sie hatte ein kurzes blaues Sommerkleidchen an, holte die Sachen und fing an im Garten meine Schuhe zu putzen. Als ich fertig war, zog sie ihre Schuhe aus, gab sie mir und sagte: "Die kannst du auch noch putzen." 
Als ich anfing ihre Schuhe zu putzen, merkte ich wie der Garten größer wurde, Bäume wuchsen und blühende Sträucher, die kleine Elfe setzte sich neben mich und war plötzlich genauso groß wie ich. Eigentlich war sie sogar ein bisschen größer wie ich.



19.6.17

Notizbuch vom Garten

Der Gärtner sieht viel Falsches, Unkraut, Wildwuchs, falsch Gepflanztes, wie viel Geld habe ich in Pflanzenzentren und im Internet ausgegeben für Sachen, die nicht hierhin gehören, passen, die dann im Müll gelandet sind. Als Zeichner mit Stift und Papier ist alles in Ordnung, wunderbar, zeichenbar, welche Mannigfaltigkeit, Vertrauen, das wird alles was und ich werde es gesehen haben.

17.6.17

Zuversicht und Vertrauen

Beim Unkraut zupfen habe ich drei Sämlinge, Gehölzsämlinge gefunden. Keine Ahnung, was das ist, wird. Ich habe sie in Töpfe gepflanzt und jetzt sind sie 20-30 cm hoch. Dann heute ,plötzlich, mit einem Mal, hatte ich das Gefühl, die Zuversicht, die Gelassenheit, die Freude, nach all den Jahren, die ich jetzt schon im Garten arbeite, hätte ich jetzt endlich gelernt, 2,3 Jahre abzuwarten und könnte dann sehen, hätte dann gesehen, zugesehen, wie aus diesen Sämlingen ein kleiner Baum geworden ist und ich würde für diesen kleinen Baum dann auch den richtigen Platz in unserem Garten finden. Als hätte der Garten mir Zuversicht geleert.

Am Samstag morgens Brötchen holen

10.6.17

Blick aus dem Gartenfenster

5.30 Uhr heute morgen. Alle anderen schlafen noch. Draußen im Garten kein Mensch zu hören. Nur die Meisen sind schon wach. Der kleine Apfelbaum vor dem Gartenfenster war zuerst ein Spindelbaum. Ich wusste nicht, was man damit macht, ich habe, wie so viele Blumen, Sträucher, Pflanzen falsch gekauft. Dann habe ich einen Niwaki Baum daraus gemacht, der sah im Frühjahr noch wie ein langer Besenstiel aus. Jetzt scheint es, es wird mal ein richtiger kleiner Apfelbaum.

9.6.17

Skizzenbücher

Ich merke, wenn ich in so ein Zeichenbuch, Skizzenbuch zeichne, drinnen und draußen, dann ist da immer bewußt oder unbewußt der Gedanke die Zeichnung muss gelingen, paß auf, probiere nichts aus, versuche nichts, es könnte daneben gehen und dann ist dir das ganze Buch nichts mehr wert. Kein Risko eingehen, heißt aber, es gelingt mir nichts Neues. Wenn ich das weiß, dann passiert mir das nicht so schnell. Oder nicht immer. Na ja.

6.6.17

Ein Tag am Meer

Wir sind für einen Tag ans Meer gefahren. Nach Holland, in die Niederlande. Zweieinhalb Stunden hin, drei Stunden zurück. Ein Teil der Familie liegt dann die ganze Zeit am Strand, in der Sonne, schaut aufs Meer und der andere Teil, das bin ich, geht dann zwischendurch auch mal durchs Dorf und schaut sich die Häuser an. Und immer wieder wenn ich da bin: die Türen. Alte Türen. Jede einzeln gearbeitet. Kunsthandwerk. Eine schwarzgrüne, dunkel glänzende Farbe. Wetterfeste Farbe. Nur einige sind hellblau gestrichen. Wunderbare Verzierungen, Glaseinfassungen. Und dann neben den Türen wachsen Blumen. Wilde Blumen. Meistens Stockrosen, die noch nicht aufgeblüht sind. Und viele blühende Mohnblumen. Wachsen aus den Mauerritzen. Aber nicht ungepflegt, verwildert sieht das aus, sondern jemand der das kann, hat die Blumen, die Pflanzen genau begrenzt, gestaltet, wie einen kleinen Vorgarten. Bisher habe ich so was immer als ungepflegt gesehen, aber jetzt sehe ich, wie schön das sein kann. Merk ich mir mal. Dann bin ich wieder an den Strand gegangen und habe lange aufs Meer geschaut. Irgendwann tauchte am Horizont eine Zweimastbarke auf, ehrlich. Und nicht nur wegen der Zweimastbarke und den Türen im Dorf am Meer war es ein wunderbaren Ferientag. 

3.6.17

Abenteuerreisen in die nähere Umgebung

Immer wenn ich anfange zu zeichnen, versuche ich immer noch richtig zu zeichnen. Porportionen, Größenverhältnis, wo ist der Horizont, Fluchtpunkte, beachte die Perspektive, immer noch fange ich so an. Und erst nach einer guten Weile, wenn ich weitermache, dranbleibe, obwohl alles nur richtig, aber nicht stimmig ist, dann plötzlich fängt es an zu zeichnen, ein Spiel mit den Dingen, mit der Umgebung fängt an, jenseits von richtig und falsch, ein Spiel das Freude macht.
Liebe Kinder von der Kinderinsel, wisst ihr noch wie wir mit dem Bus in den Stadtwald gefahren sind und auf einen Berg geklettert sind, der dann ein Märchenberg wurde, der SemsiBerg? Berg Semsi, Berg Semsi tue dich auf! War das nicht schön? Das müssen wir noch mal machen, aber diesmal fahren wir in einen Wald, in einen Märchenwald.

2.6.17

Riechen lernen

Hesperis matronalis. Nachtviole. Mondscheindufter. Wie wärs, wenn Vollmond ist stellen wir den Wecker auf 2 Uhr nachts, stehen auf, gehen in den Garten, dann scheint der Mond genau auf unsre Beete, ich meine, wir machen doch schon so viele vernünftige Sachen, da könnten wir doch mal nachts aufstehen und riechen lernen.

Nichts Besonderes

Heute morgen bin ich um 5 Uhr aufgewacht. Im Garten ein erfrischender, kühler Sommerduft: Nachtviolen, Mondscheindufter. Die Rosen werden jetzt bald blühen, die Himbeeren wachsen ohne zu blühen, ich glaube ich habe sie falsch geschnitten , es sind doch die frühen Himbeeren. Einen Gärtner würde das jetzt ärgern, der Zeichner freut sich über den üppig wachsenden Strauch.