10.4.18

Was man vom Garten über sich selbst lernen kann

In unser Hochbeet habe ich schon mal Tomaten gepflanzt. Bevor die reif waren, wurden die Blätter braun. Dann habe ich ich Spinat gepflanzt. Da wurden die Blätter weiß. Aber der Salat dann ist richtig prima gewachsen. Wollte aber kaum einer essen. Die Blüten waren  wunderschön. Jetzt habe ich beschlossen, Gemüse kann ich nicht. Aber Blumen. In einem Schuhkarton habe ich das ganze Jahr Blumensamen gesammelt, im Supermarkt gekaufte Tütchen und unterwegs gesammelte Samenstände. Ich habe für das Hochbeet einen genauen Pflanzplan gemacht und alle Samen nach Anleitung genau ausgesät. Jetzt fällt mir ein: Spinat- und Mangoldsamen waren auch dabei. Aber das sollen auch Blumen werden. Also genau nach Plan. Schlimm ist nur meine Unordnung. Ich habe den Plan verloren. Jetzt weiß ich nicht mehr, was da überhaupt wachsen wird. Ein paar Sämlinge sind schon aufgelaufen. Margeriten? Lichtnelken? Mutterkraut? Ärgerlich. Oder? Ist es nicht viel schöner, das Hochbeet überrascht mich und ich habe jeden Tag was zu entdecken, jeden Tag eine neue Überraschung? Und da merke ich, dass ich genauso meine Bilder male, zeichne. Wenn ich anfange und schon genau weiß, wie das Bild aussehen soll, wenn ich nach Plan zeichne und male, dann entsteht bestenfalls was total Langweiliges und das landet im Papierkorb. Wenn ich aber dem Stift auf dem Papier zusehe, sehe was da entsteht und das weiterführe, dann wird mich die Zeichnung überraschen. Ohne Plan, ohne Absicht, sehen was entsteht, was auftaucht, sich freuen über das, was jetzt da ist, zutiefst einverstanden sein, was jetzt  dran ist, das wahrnehmen und fortführen, weitergehen von da aus, ich glaube, so will ich im Garten weitermachen. Und auch mit meinen Bildern. Und vielleicht gelingt es mir auch immer mehr so zu leben.

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