23.6.18

Gehölzschnitt und Zeichenunterricht

Heute habe ich in unserem Garten ein paar Sträucher geschnitten. Getrimmt. Wegen der Vogelnester. Obwohl, die sind eigentlich nicht da. Am Donnerstag habe ich auf der Kinderinsel vier große Haselnussbäume, Sträucher geschnitten. Und bei der Arbeit habe ich gemerkt, dass ich die Sträucher genauso schneide, wie ich sie zeichnen würde. Weil ich ja doch in den letzten Tagen so viele Bäume gezeichnet habe. Dabei achte ich darauf, welche Form mir das Gehölz vorschlägt, ich werde nicht den Pflanzen eine, meine Form aufzwingen. Wie das manchmal an den japanischen Niwaki Bäumen zu sehen ist, diesen Wolkenschnittbäumen. Aber dann habe mal gelesen, das die japanischen Gärtner sich die alten chinesischen Tuschezeichnungen mit Bäumen angesehen haben und danach gearbeitet haben. Das wär doch was: Zeichenunterricht für Gärtner. Bevor ein Gärtnerlehring die Gartenschere in die Hand nehmen darf, muss er ein paar Wochen, draußen in der Natur unterwegs sein, mit Rucksack und Wanderverpflegung und sich die Bäume ansehen. Ich sage das auch, weil auf der Kinderinsel das städtische Grünflächenamt wieder mal ohne Sinn und Verstand, besser: ohne Phantasie, ohne jemals einen Baum sich angekuckt zu haben, viele Sträucher kaputt gemacht hat. Eine Forsytie, 1,50 Meter hoch, nur einjährige Triebe, was wäre das für ein Blütenstrauch geworden, den haben sie auf den Stock gesetzt, 20 Zentimeter tief, und auf die Frage, was das denn für ein Blödsinn wäre , haben sie gesagt, wieso, die wächst doch wieder. Und wann blüht die dann mal? Na ja, passt schon.

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